WM-Viertelfinale: Deutschland siegt und steht im Halbfinale

Sieg im Maracanã: Ein frühes Tor des starken Mats Hummels reicht der deutschen Mannschaft, um ins Halbfinale einzuziehen. Lesen Sie die Höhepunkte im Liveblog nach.
Die deutschen Abwehrspieler Benedikt Hoewedes und Mats Hummels nach dem Abpfiff in Rio © Adrian Dennis/AFP/Getty Images

Tiefenentspannt sei er, sagte Joachim Löw vor dem Viertelfinale gegen Frankreich. Ob er zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass er 80 Millionen Trainern auf den durchgesessenen Sofas der Nation ein Schnippchen schlagen würde? Dass er, obwohl er vorher sagte, dass er keinen Grund sähe, die Aufstellung zu ändern, genau das eine Stunde vor dem Anpfiff tat, und anschließend mit einem lausbübischen Grinsen den Innenraum des Maracanã Stadions betrat.

Löw zog Lahm auf die rechte Abwehrseite zurück und opferte dafür Mertesacker in der Innenverteidigung. Mit Schweinsteiger und Khedira gemeinsam im Mittelfeld und Klose in der Spitze ist der Bundestrainer entweder eingeknickt oder er hat, so wird es offiziell heißen, eine seiner "höggscht pragmadischen" Entscheidungen getroffen. In jedem Fall half es dem bis dato hüftsteifen Spiel der Deutschen ein wenig: Nahezu die gesamte erste Hälfte kontrollierte die DFB-Elf das Geschehen, erst gegen Ende kamen die Franzosen besser ins Spiel.

Da stand es längst 1:0 durch Mats Hummels. Der Dortmunder hatte sich offenbar in den Tagen seiner Erkältung schön den Rüssel durchgespült und präsentierte sich so erholt und aufgeweckt wie noch nie in diesem Turnier. Der Kopfballtreffer in der 12. Minute war sein zweiter Treffer – nach einem Freistoß. Oh Deutschland, deine Schlandards!

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Franzosen den Druck. Sie ahnten nicht, dass die DFB-Elf tatsächlich noch Spiele verwalten und sich den Gegner vom Leib halten kann. Lediglich in der Schlussviertelstunde gab es wieder Slapstick, als Müller und Schürrle beste Chancen zur Entscheidung vertändelten, und Benzema fast noch zum Ausgleich kam. Ansonsten bleiben die Deutschen der Mertesackerschen Maxime treu: Wieder nicht schön gespielt, aber wieder erfolgreich. Und watt wolln die Sofatrainer jetzt? Wir vermuten: Eine Rückkehr ins Maracanã zum Finale.

  • 19:54 Uhr
    Eike Kühl

    Abpfiff: Deutschland gewinnt mit 1:0 und zieht ins Halbfinale ein! Wir wissen zwar nicht, wie, aber wir sind sicher, dass Joachim Löw gerade innerlich auf der Champs-Élysées tanzt. Holen Sie sich noch ein Bier oder eine Schorle aus dem Kühlschrank oder vom Barkeeper Ihres Vertrauens, werfen Sie noch eine Bratwurst auf den Grill. Es ist ja noch früh am Abend. Wir melden uns gleich mit einem kurzen Fazit wieder.  

  • 19:56 Uhr
    Steffi Dobmeier

    90.+4 Minuten: Einziger Trost: Keine Überstunden hier. Quand même: Triste, trop triste. Werde zu Hause eine Flasche Crémant trinken. Aus Frust, Adieu.

  • 19:54 Uhr
    Eike Kühl

    90.+4 Minuten: Und noch mal die Chance für Frankreich! Benzema kommt in den Strafraum, doch Manuel Neuer hält. Mit einer Hand. Wie dreist. Wie cool auch. Wie gemalt. Hochkultur. Und wie wichtig erst!  

  • 19:53 Uhr
    Steffi Dobmeier

    90.+4 Minuten: Dritter und letzter Teil meines Sprachkurses:
     

    Am Ende gewinnen immer die Deutschen = A la fin, c’est toujours les Allemands qui gagnent.

  • 19:53 Uhr
    Steffi Dobmeier

    90.+3 Minuten: Das wird wohl nichts mehr mit drei Toren in 60 Sekunden.. Befürchte ich.

  • 19:52 Uhr
    Paul Hofmann

    90.+3 Minute: Kramer kommt. Gute Idee. Macht schließlich um die 13 Kilometer pro Spiel der Knabe, unabhängig von der Einsatzzeit.

  • 19:50 Uhr
    Paul Hofmann

    90.+1 Minute: Pitana legt vier Minuten drauf. #kaputtwienie

  • 19:50 Uhr
    Eike Kühl

    89. Minute: Kollegin Dobmeier guckt schon so stinkig wie ein Roquefort riecht. Es wird jetzt knapp für die Franzosen, aber was haben wir bei dieser WM nicht schon für Tore in der Schlussphase gesehen.

  • 19:46 Uhr
    Paul Hofmann

    87. Minute: Mertesacker macht sich ins Trikot. Ihn gegen die Tonne Giroud zu bringen – eine sinnvolle Sache. Die beiden kennen sich vom FC Arsenal. Der Einfall kam Löw heute morgen spontan beim Strandspaziergang mit Katrin Müller-Hohenstein.

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Vorbemerkungen:

Bern ist diese Stadt in der Schweiz, über die es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass sie schön ist. Hätte es diesen einen verregneten Abend 1954 nicht gegeben, wer weiß, ob Sie heute wüssten, wer oder was Bern ist. Am 4. Juli vor genau 60 Jahren schoss Helmut Rahn den Ball im Stadion von Bern in der 84. Minute in die linke untere Ecke des ungarischen Tors. Ein paar Minuten später war Deutschland Fußball-Weltmeister. Zum ersten Mal:

Nun, heute ist kein Finale, noch nicht. Der Gegner heißt nicht Ungarn, sondern Frankreich, aber immerhin, wieder ein 4. Juli.

Es ist nicht so, dass beide Teams ins Viertelfinale geflogen wären. Das DFB-Team musste gegen Algerien bis in die Verlängerung und hätte es Manuel Neuer nicht gegeben, wer weiß. Souverän ist anders. Pas vraiment souverain! Auch bei den Franzosen nicht. Die Verlängerung blieb ihnen gegen Nigeria erspart, aber getroffen hat die Mannschaft beim 2:0 erst sehr spät und auch nur einmal, denn das zweite Tor war ein Eigentor.

All das ist inzwischen Geschichte, auch das Wunder von Bern. Jetzt heißt es: Deutschland oder Frankreich? Halbfinale oder Heimflug? Wir bloggen live:

Eike Kühl, der nach dem Spiel gegen Algerien nicht mehr an schönen Fußball der DFB-Elf bei dieser WM glaubt, tippt, dass es die Deutschen am Ende so wie immer machen: 6:4 im Elfmeterschießen.

Steffi Dobmeier hat heute ein Croissant gefrühstückt, in Café Crème getaucht und zur Einstimmung Jean-Jaques Goldman gehört. Sie ist für die équipe tricolore. Und zwar nicht wegen Antoine Griezmann, dem französischen Fußball-Justin-Bieber, sondern weil keiner so offensiven Fußball spielt wie Frankreich. Ihr Tipp: 3:1 für die Franzosen.

Paul Hofmann, der sich auf das Duell Valbuena gegen Höwedes, die Wuchtbrumme Blaise Matiudi und Griezmanns Schnauz freut, sagt: Die Deutschen gewinnen mit 3:1.

Oliver Fritsch, der Einzige, der sagen kann, wie warm es in Rio tatsächlich ist, wie das Bier im Stadion schmeckt und ob die La-Ola-Wellen schwappen, sitzt im Estadio Maracanã, twittert und meldet sich hier mit Eindrücken.

Noch haben Sie ein bisschen Zeit bis zum Anpfiff. Wir empfehlen als Einstimmung diesen Vorbericht, diese Twitter-Typologie der deutschen Spieler oder ein Glas heißen Tee (kühlt am besten in der Sonne). Ab 18 Uhr überträgt die ARD das Spiel live, wir bieten den second screen. Sie können auch twittern. Wenn uns das gefällt, landen Sie in der Twitter-Fieberkurve zum Spiel. Und falls Sie sich fragen, wer dieser #FRAGER auf Twitter ist? Der will Antworten. In 140 Zeichen. Nous vous souhaitons une merveilleuse soirée. Bon match!

Lesen Sie die Ganze Partie in unserem WM-Live-Ticker nach.

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