Deutsche Nationalmannschaft : Peinlicher Auftritt auf Siegesfeier

Weltmeister-Party in Berlin: Unter dem Jubel Hunderttausender Fans hat die Nationalmannschaft den Titel gefeiert. Einige Spieler verhöhnten den Finalgegner Argentinien.
Fans der deutschen Nationalmannschaft feiern den Weltmeister-Titel. © Robert Michael/AFP/Getty Images

Hunderttausende Fans haben in Berlin die deutsche Nationalmannschaft und den vierten Weltmeister-Titel gefeiert. Stundenlang war die Hauptstadt im Ausnahmezustand: Schon am Flughafen wurde die Mannschaft unter dem Jubel Hunderter Fans begrüßt. Bei der anschließenden Fahrt in einem offenen Truck durch die Innenstadt feierten Tausende am Straßenrand. Der schwarze LKW mit dem Kennzeichen "Champions" kam daher nur sehr langsam voran. Selbst S-Bahnen und Schiffe auf der Spree unterbrachen ihre Fahrt für einen Blick auf das Weltmeister-Team.

Erst mit stundenlanger Verzögerung kam das Team am Brandenburger Tor an. Die Feier auf der Fanmeile begann am Nachmittag. Zum Auftakt sang Andreas Bourani seinen WM-Hit Ein Hoch auf Uns, dann kam nach und nach die Mannschaft auf die Bühne: Zuerst Bundestrainer Joachim Löw und sein Trainerstab. "Wir sind alle Weltmeister", sagte Löw unter frenetischem Beifall. Dann kamen in kleinen Gruppen die Spieler auf die Bühne. Den größten Jubel gab es zum Schluss, als Kapitän Philipp Lahm auf die Bühne kam und vor den 400.000 Fans den WM-Pokal in die Höhe stemmte.

Lukas Podolski sagte, es sei der "beste Moment in der Karriere bis jetzt", Siegtorschütze Mario Götze sagte: "Die ganze Mannschaft hat das verdient." Bastian Schweinsteiger wurde als "Fußballgott" gehuldigt, dann kam Helene Fischer auf die Bühne und sang mit dem Team ihren umgedichteten Hit Atemlos: "Spür, was Fußball (statt Liebe) mit uns macht."

Eine Gruppe der Nationalspieler machte sich allerdings auch über den Finalgegner Argentinien in abwertender Art lustig. "So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so", sangen Miroslav Klose, André Schürrle, Shkodran Mustafi, Mario Götze, Roman Weidenfeller und Toni Kroos, als sie tief gebückt auf die Bühne liefen. Daraufhin richteten sie sich auf, hüpften und sangen: "So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so." Das ganze wiederholten sie noch einmal, deutlich lauter als zuvor.

WM-Flugzeug dreht Extrarunde über die Fanmeile

Die Fans vor dem Brandenburger Tor hatten zu diesem Zeitpunkt schon stundenlang auf das Team gewartet. Bereits am Vormittag wurde das Areal von der Polizei wegen Überfüllung geschlossen, teilweise hatten die Fans in Autos übernachtet, um gute Plätze vor der Bühne zu bekommen.

Gegen halb zehn hatten die Fans dann zum ersten Mal Grund zu jubeln: Das Flugzeug des WM-Teams mit der Aufschrift Siegerflieger Fanhansa drehte beim Landeanflug eine Extrarunde über die Fanmeile. Mit einer Sondergenehmigung flog die Maschine über Hunderttausende Menschen in der Berliner Innenstadt und wackelte als Zeichen des Grußes mit den Tragflächen.

Gegen zehn Uhr landete die Maschine in Tegel. Die schwarz-rot-goldene Flagge ragte aus dem Flugzeug, als der Jumbo ausrollte. Die Flughafenfeuerwehr begrüßte die Nationalmannschaft mit Wasserfontänen. Als erster kam Kapitän Philipp Lahm aus dem Flugzeug – mit dem goldenen Pokal in der Hand und der Siegermedaille um den Hals.  

"Das war der Wahnsinn und ist der Wahnsinn"

Im Anschluss fuhr die Mannschaft mit einem Bus zum Hauptbahnhof und stieg dort in den Truck, der sich im Schneckentempo durch die Berliner Innenstadt zum Brandenburger Tor schob. Dort wurde die Mannschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit empfangen und trug sich im Gästebuch der Stadt ein. Im Anschluss begann die Party auf der Fanmeile. 

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte am Brandenburger Tor: "Dass wir so Vielen Freude bereitet haben, ist mehr Wert als unsere eigene. Das war der Wahnsinn und ist der Wahnsinn."

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Kommentare

559 Kommentare Seite 1 von 59 Kommentieren

Hauptstadt?

"Warum nicht Frankfurt, wie es immer war?"

Wieso war es eigentlich immer Frankfurt? Weil da der DFB sitzt? Weil es da einen Flughafen gibt?

So eine Siegerfeier gehört in die Hauptstadt.

Schon beim Eurovision Song Contest war es an Unwürdigkeit nicht mehr zu unterbieten, die musikalische, naja, nennen wir es mal Avantgarde, Europas ausgerechnet nach DÜSSELDORF einzuladen. Düsseldorf! Nicht zu fassen.

-aki-, einmal gut nachdenken

Normal wird es schneller, als durch diesen Kommentar vorgetäuscht. Denn schon innerhalb von 24 Stunden. Danach gibt es wieder anderes zu bemeckern. Und - alle anderen Meldungen sind in keinem Fall unwichtiger, soie können beachtet werden, auch von denen, die sich in diese Meldung verirrt haben. Es konnte noch nie in der Geschichte die Wichtigkeit von Geschehnissen durch eine einzige hervor getretenen verhindert werden. Also, dieser Kommentar soll eine Werbung für Sie selbst sein, eine missglückte zumal. Was ja ohnehin stutzig macht, ist die Tatsache, dass es immer sehr viele sind, die diese Art von "unwichtigen" Meldungen lesen, die eigentlich für andere Meldungen Ohren haben. Was soll das. Die wichtigen Meldungen sind da, aber warum Sie "hier"?