Deutsche NationalmannschaftLöw macht alles richtig

Nach dem knappen Sieg gegen Algerien ist die Debatte um die Kompetenz des Bundestrainers eröffnet. Doch Joachim Löw darf nicht einknicken. Sein Plan ist gut. von 

Joachim Löw: Er macht alles richtig

Bundestrainer Joachim Löw  |  © Lars Baron/FIFA/Getty Images

Eine revolutionäre Leistung des Tormanns war nötig, um das Aus im Achtelfinale zu verhindern. Nur 2:1 siegte die Nationalelf gegen Algerien, es war ein bizarrer Auftritt in der ersten Halbzeit, und nun ist es wieder so weit: Viele fordern einen Kurswechsel von Joachim Löw. Der Bundestrainer, der seit der Italien-Niederlage vor zwei Jahren im EM-Halbfinale zu Recht unter verschärfter Beobachtung steht, soll seine Aufstellung ändern, heißt es vielerorten.

Richtig ist allerdings: Löw sollte seine Aufstellung beibehalten.

Anzeige

Um das zu erläutern, müssen wir, es hilft nichts, ins Detail. Die Debatte entzündet sich an der Position Philipp Lahms. Gegen Algerien war er erst im Mittelfeld, später in der Abwehr. Dort soll er nach Meinung vieler Fans auch bleiben.

Löw sollte diesen Wunsch ignorieren. Mit Lahm auf der "Sechs" hat er eine verlässliche Anspielstation im Zentrum. Lahm mag nicht so überragen wie im Verein, aber er baut das Spiel ruhig, unspektakulär und nahezu fehlerfrei auf. Umsichtig setzt er seine Mitspieler ein.

Am Beispiel erzählt: Dass Algerien den Deutschen im Mittelfeld zusetzen konnte, war Ballverlusten von Mario Götze und Mesut Özil geschuldet. Auch Toni Kroos spielte ein paar Mal zu riskant. Er hat nicht die taktische Reife von Lahm, ist defensiv schwächer. Hätten gegen Algerien zu Beginn alle so diszipliniert agiert wie Lahm, wäre nicht so ein Chaos entstanden. Dass Deutschland ab der 30. Minute das Spiel in den Griff bekam, war vor allem Lahm zu verdanken. Er lenkte das Spiel von hinten, so gut wie alle Angriffe liefen über ihn. In der zweiten Hälfte, als die Kraft der Algerier zu schwinden begann, wurde Lahm offensiver. Deutschland kam zu Chancen, auch Lahm. Algerien nicht mehr. Die Löw-Elf hatte ihre Balance gefunden.

Als Lahm nach gut 70 Minuten auf die rechte Abwehrseite wechselte, wurde das Spiel wilder. Sami Khedira brachte neuen Schwung. Vor allem über die rechte Seite wurde es gefährlich, auch weil Lahm dort zwei große Chancen und das entscheidende 2:0 einleitete. Gefährlich wurden ab diesem Zeitpunkt aber auch wieder die Algerier. Die deutsche Mitte war nämlich offener. Khedira, Kroos und Schweinsteiger konnten die Lücken nicht schließen.

Schweinsteiger und Khedira gemeinsam wäre zu riskant

Gegen Algerien wurde sichtbar: Khedira und Schweinsteiger, beide vor dem Turnier lange verletzt, brauchen bei dieser WM auch im Spiel Pausen. Manchmal ließen sich Schweinsteiger und Khedira den Ball einfach abnehmen. Khedira blieb selbst in seiner Paradedisziplin Balleroberung unter seinen Möglichkeiten.

Schweinsteiger und Khedira mögen bei den Turnieren 2012 und vor allem 2010 geglänzt haben. Allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Als im Halbfinale die starken Gegner die Räume verengten und das Tempo erhöhten, kamen sie nicht mal in die Nähe des Balls. Das hat einen Grund: Motorik. Die beiden brauchen Platz für ihre Bewegungen, Zeit für ihre Handlungen am Ball. Bei Schweinsteiger lässt sich das auch daran beobachten, dass er oft in Zweikämpfe verwickelt ist und oft gefoult wird. Er kann sich seinen Gegenspielern nicht entziehen.

Lahm und Kroos hingegen sind schwer zu foulen, weil man an sie nur schwer rankommt. Vor oder während der Ballmitnahme lösen sie sich vom Gegenspieler, schaffen sich Raum. Ihr Ziel ist das Tor, doch ihnen stehen alle Richtungen offen. Sie sind Drehkreuze. Das moderne Mittelfeldspiel verlangt keine stämmigen Grätscher mehr, sondern leichtfüßige Typen. Kein Zufall, dass Lahm und Kroos in Pep Guardiolas Gunst stehen.

All das heißt nicht, dass Löw Schweinsteiger und Khedira aussortieren muss. Sie sind zwei Schlachtrosse. Es wäre keine Überraschung, wenn einer von ihnen das Siegtor im Finale schießen würde. Doch es wäre riskant, beide Angeschlagenen in der Startelf spielen zu lassen, nur weil Lahm in der Abwehr Sicherheit bringt. Das Zentrum ist wichtiger als der Flügel, es ist auch die schwerere Aufgabe.

Ein weiteres Argument für Lahms Position im Zentrum: Dort kann er seine Rolle als Kapitän besser ausfüllen: Gegen die USA gewann man den Eindruck, dass Lahm gelegentlich bewusst Schweinsteiger sein Revier überließ, damit der ins Spiel findet. Soft Skills sind auch auf dem Fußballplatz sehr wichtig.

An Lahms Position hängt dazu eine ganz andere Frage: Warum stellt Löw vier Innenverteidiger auf? Jene zwei, die außen spielen müssen, sehen im Angriff oft schlecht aus. Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi, Jérôme Boateng sind ungelernt in dieser Rolle. Stimmt.

Leserkommentare
  1. Es geht hier weniger um Lahm, Schweinsteiger oder Khedira, es geht doch mehr um die offensichtlich fehlbesetzten Außenverteidiger. Wer auf diesen Positionen spielt, sollte ein trainierter Außenverteidiger sein. Ich mag ja nicht die Qualitäten von Mustafi oder Höwedes bemängeln, aber sie haben doch arge Schwierigkeiten auf diesen Positionen zurecht zu kommen.

    Mustafi wurde im Spiel gegen Algerien ab einen bestimmten Zeitpunkt komplett ignoriert von der Mannschaft. Über rechts ist nichts mehr nach Vorne gelaufen. Höwedes hatte sich auch mehrere Böcke erlaubt. Ebenso wurden genau 0 Pässe zur Seitenverlagerung von den "Außenverteidigern" getätigt.

    Wenn man auf dem Niveau Fußball spielt, mit einer 4er Kette, dann sind gute Außenverteidiger essentiell. Wer auf diesen Positionen spielt sollte dementsprechend diese Qualitäten mitbringen.

    28 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Auf der einen Seite geht es ihrer Meinung nach nicht um um Lahm, Schweinsteiger oder Khedira , aber um die Außenbahnen geht es schon.

    Das paßt nicht ganz zusammen. Den Lahm (der Außenverteidiger) spielt auf der 6. Da wo Schweinsteiger oder Khedira mit ihm Spielen.
    Läuft Lahm als Außenverteidiger auf, müßten Schweini und Khedira die Doppel Sechs geben.

    Hier liegt Herr Fritsch richtig was die Risiken einer solchen Konstelation angeht. Was mich wundert das man das kaum woanderes lesen konnte, oder das Kahn dies nicht in seiner "treffenden Analyse" gesehen hat. Denn es war mehr als offensichtlich. Ebenso das sich das deutsche Spiel "schon" in der 30 Minute stabilisierte und nicht erst mit beginn der zweiten Halbzeit.

    Hinzu kommt das die 6er extrem viel laufen müssen. Das Schweinsteiger und Khedira würden das nicht durchhalten.

    Löw spielt mit dem was er hat und macht alles richtig.
    Wenn wir jemanden auswechseln müssen, dann ist es der 12 Mann, der ohne Sachkenntnis dinge kritisiert, die er nicht versteht oder überhaupt nicht wissen kann. Trainingseindrücke oder Fitnesslevel der Spieler sind im genauso unbekannt wie das Spiel ohne Ball oder eine richtige Einschätzung des Gegners.

    Die Algerier haben taktisch gut gespielt. Aber sie standen extrem Tief, spielten Manndeckung und Pressing. So ziemlich jedes Team hat da seine schwierigkeiten.

    Wie wohltuend zu lesen, dass es angesichts des ahnungslosen Geblökes der großen Mehrheit der deutschen Printmedien und der Fußballfans doch noch Kollegen gibt, die wissen, wovon sie reden. Großes Kompliment!

    Der Trainer entscheidet wer spielt. Deswegen ist Löw verantwortlich und er macht überhaupt nicht alles richtig. Wenn Podolski nicht krank gewesen wäre hätte der gespielt... Löw lernt überhaupt nicht dazu!
    Löw kann überhaupt nicht auf die jeweilige Situation reagieren.Warum spielen Özil und Götze? Sie sind nicht gut im Moment... Warum spielt nicht mal Draxler? Der würde ordentlich Wind machen. Mehr als Schürle und Klose zusammen. Abgesehen von den Spielern, die er zu Hause gelassen hat. Ter Stegen, Gomez, Kruse z.B...

    • D-Fens
    • 02. Juli 2014 15:18 Uhr

    Herr Fritsch, Ihre bisherigen Artikel zur deutschen Mannschaft waren, nun ja, suboptimal.

    Aber dieser ist wirklich gut! Sehr gute Analyse: Weiter so!

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Klar, deutsche Journalisten müssen ja auch mal was Positives schreiben. Aber hier wird schon krampfhaft nach dem letzten Strohhalm gesucht. Das Problem sind die fehlenden modernen Außenverteidiger, wie sie in jeder der großen Nationalmannschaften und in jeder der großen europäischen Klubmannschaften zu finden sind. Ohne solche wird keine Mannschaft nationaler Meister, Championsleague-Sieger oder Weltmeister.

  2. Deutschland hat doch seit jeher mindestens 80 Millionen Bundestrainer ;)

    Diejenigen, die ständig mit schlauen Ratschlägen kommen, was Joachim Löw denn unbedingt machen müsse, welche Spieler er aufstellen müsse und wie diese Spieler zu spielen haben, sollten folgendes nicht vergessen:

    Wenn DIESE sich irren, dann lachen höchstens die Kumpels oder die Kollegen im Büro. Aber die Betreffenden haben keinerlei Verantwortung und deren Ausführungen haben keinerlei Konsequenzen.

    Bei Löw und den Spielern hingegen würden kübelweise Häme, altkluge Sprüche, direkte Beleidigungen und Entlassungen anstehen.
    Denn Löw und die Spieler SIND in der Verantwortung!

    Von daher, meine Meinung zu allen Schlaumeiern, die meinen, so einen gewaltigen Durchblick zu haben:

    Einfach mal etwas kürzer treten. Und wenn man wirklich so intelligent ist und dementsprechend Deutschland versagt, naja, dann dürfte ja bald ein Platz
    als Bundestrainer freiwerden, auf den man sich bewerben kann.

    Mit Sicherheit wird der DFB seinen Heilsbringer jubelnd empfangen ;)

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... das ich auf dieser Plattform zum Thema lesen durfte.
    Danke dafür!

    • KHans
    • 02. Juli 2014 20:55 Uhr

    Es tut mir Leid. Wenn ich über die Spiele gegen Ghana, die USA und Algerien etwas schreiben würde, dann ohne Trainer-Lizenz, ohne Marketing-Ausbildung, ohne Rhetorik-Schulung.

    Natürlich möchte ich an dieser Stelle korrekterweise betonen, daß ich stolz und froh bin und den ganzen Scheiß.

    Wäre ihr Mangel den vielen meist männlichen Artgenossen, die das Wembely-Tor 1966 diskutieren, bewußter gewesen, - man hätte Jahrzehnte der Verzweiflung, der Tränen, der Ungewissheit gespart.

    Aber jetzt, das stimmt schon, haben wir diese voll durchgeplante professionelle Situation irgendwie voll im Griff, Frau Müller-Höhlenstein stellt diese zustimmungsfähigen Fragen, nett irgendwie - ...

    ... nur spielt Ghana, spielt Algerien leider nicht ganz so "wie geplant", - ja und jetzt muß ich in meiner ungeplant ratlosen Verwunderung den rechten und linken Flügel sowohl vorne als auch hinten einfach hängen lassen.
    Ich kann ja auch mal ohne Flügel Fußballgucken.

    Das macht er schon alles röchtög der Jogibär.

    Nur nichts fragen, nichts sagen. Das wäre unkorrekt bei so einer wichtigen Angelegenheit. Lass die Experten machen und halt die Klappe, Du Dilletant.

    Merkel und Löw, ein irgendwie deutsches Stück Kultur.

  3. Was es nicht alles gibt - sogar Löw-Versteher!

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • dacapo
    • 02. Juli 2014 18:21 Uhr

    Zeigen Sie Ihre Analyse. Wenn es Nörgler gibt, die Löw noch nicht einmal beruflich kritisieren können, sondern nur aus dem Grund, weil der nicht der Typ des Stammtisch's ist, somit auch am Online-Stammtisch. Man will einen Hauruck-Typen, die von sich behaupten, die Sieger-Mentalität zu haben. Wenn Sie's so wollen, in der Tat, es gibt genug Leute, die etwas vom Fach verstehen, die sind Löw-Versteher. Ein Fachmann bin ich nicht, aber dennoch einer. Und nochmal, Ihre Analyse bitte.

  4. 1.) 4 Innverteidiger in einer Kette ist Wahnsinn. Aussenverteidiger sind heute schnell, wendig und technisch stark. Also so wie Lahm. Innenverteidiger leben von Ihrem Auge, Stellungsspiel und der Zweikampfstärke. Es gibt sehr wenige gute Spieler die beides können. Wir haben definitiv keinen davon. Also Lahm wieder in die Kette, da wo er absolut entbehrlich ist. Höwedes ist ein guter Innenverteidiger, aber Großkreuz oder Durm sind deutlich stärker. Gerade auch auf dem Weg nach vorne.

    2.) Im Mittelfeld haben wir mit Khedira, Schweinsteiger und Kroos 3 sehr gute 6´er, da bedarf es keiner Experimente. Alle international und CL erfahren. Also so lassen und wenn einer schlapp ist mit den anderen tauschen. Auch Kramer würde funktionieren, der Junge hat eine Pferdelunge.

    3.) Weder Götze noch Özil haben aktuell (nur davon reden wir, nicht von Historie oder wie es in 1 Jahr ist) eine klare Formkrise. Kein 1 gegen 1, keine Ideen und keine Körpersprache. Beide sind mit der Last überfordert.

    4.) Schürle, Poldi, Müller und Klose sind Topstürmer. Also aufstellen und wirbeln lassen.

    Gewonnen wird durch Tore nicht durch abwarten. Löw wird sein Ding durchziehen. Hoffentlich zieht er es auch genauso durch, wenn er scheitert.

    21 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "4.) Schürle, Poldi, Müller und Klose sind Topstürmer. Also aufstellen und wirbeln lassen."

    Nun, genausowenig wie Özil solte man Poldi aufstellen nur weil man meint ihrm etwas zu schulden. Auch er ist nicht in Form.
    Klose ein Topstürmer ? Er hat einen Torriecher ja , aber für einen Topstürmer ist er nicht mehr schnell genug und technisch zu schlecht. Auch er wurde hauptsächlich wegen seiner Verdienste mitgenommen.

    zu 2. Es gibt nicht nur einen Typ 6er. Schweini ist eher ein tiefer Spielmacher und Sami Khedira Box-to-Box-Player. Auch Kroos ist eher ein nach vorne arbeitender und kreativer Spieler. Wenn sie Khedira und Kroos aufstellen, dann wird das Offensivspiel belebt, aber wir werden anfälliger für Konter. Unser 10ner Raum wird dann häufiger unbesetz sein.
    Das wäre gegen Frankreich unglaublich dämlich, denn im Gegensatz zu Algerien werden die Franzosen den 10ner Raum besetzen.

    Das wäre gegen also Frankreich unglaublich falsch.
    Nebenbei sind Schweinsteiger und Khedira immer noch nicht 100% Fit.
    Deshalb schätze ich auch die ganzen "Experten" da draußen wenig. Denn sie haben wenig Ahnung von Taktik und stellen ihr Team so auf wie sie es für richtig halten. Das man gegen eine gegnerische Mannschaft spielt, die auch eine Taktik hat, wird gerne übersehen.

    zu 3. Götze ja, bei Özil haben die "Experten" Tomaten auf den Augen. Özil war fast an allen Toren der deutschen NM beteiligt. Er ist nicht in absoluter Bestform, aber ein Leistungsträger und macht viel richtig.

    Was 1 angeht. Hier haben sie recht. Aber ich sehe nicht wie man an Lahm auf der 6 vorbei kommt. Ob Großkreuz oder Durm wirklich eine Alternative sind, ist von hier aus schwer zu sagen.

    MfG

    "3.) Weder Götze noch Özil haben aktuell (nur davon reden wir, nicht von Historie oder wie es in 1 Jahr ist) eine klare Formkrise. " Haben sie nun keine Formkrise oder keine Ideen? Meiner Ansicht nach versucht Özil alles, in der neuen und für ihn völlig ungeeigneten Position zurecht zu kommen und hat auch schon tolle Vorlagen geliefert, von denen die meisten kläglich vergeben wurden. Aber ein Spielmacher ist kein Stürmer. Und dem Götze fehlt ein klassischer Mittelstürmer, mit Müller passt das einfach nicht. Die beiden sind die besten deutschen Techniker, aber Löw lässt sie nicht auf ihren Positionen spielen.

    • xl
    • 02. Juli 2014 19:42 Uhr

    zu 1: Auch ich liebe moderne Aussenverteidiger aber davon haben wir nur einen auf Top Niveau und der wird momentan leider im Mittelfeld gebraucht. Die Form von Durm & Großkreutz kann Löw vermutlich besser als wir beurteilen, weil er sie jeden Tag trainieren sieht. (trotzdem würde ich die beiden lieber sehen als Höwedes & Mustafi - Boateng macht das auf rechts dagegen ja ganz ordentlich)

    zu 2: Kroos ist kein Sechser, Schweinsteiger und Khedira sind noch nicht fit genug um durch zu spielen. Kramer ist mir für eine solch wichtige Position einfach noch zu grün. Ich denke wenn Gündogan dabei wäre, könnte man Lahm wieder guten Gewissens als Rechtsverteidiger aufstellen aber momentan hat es schon seine Gründe, warum er auf der Sechs spielt.

    zu 3: Ja Özil war schon mal besser - aber wirklich schlecht spielt er nicht. Götz dagegen ist bisher wirklich eher enttäuschend. Vielleicht sollte Löw immer nur einen der beiden von Anfang an bringen.

    zu 4: Poldi “funktioniert” nur wenn er genug freien Raum vor sich und einen offensiven Aussenverteidiger hinter sich hat. Gegen Mannschaften wie Algerien wäre er eine klassische Fehlbesetzung.

  5. ... immer seinen kritischen Blick aufgeben, nur weil einem jemand die Ehre eines Interviews erweist? In der Vergangenheit gab es bei der Zeit schon zweimal solche irritierenden Beispiele von Hofberichterstattung mit zu Guttenberg und Hoeneß. Dieser Artikel schießt allerdings wirklich den Vogel ab.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • napf90
    • 02. Juli 2014 15:40 Uhr

    Kann man nicht einfach mal akzeptieren, dass ein Journalist eine andere Meinung hat als man selbst, ohne gleich dessen Unabhängigkeit in Frage zu stellen?
    Ich bin auch der Meinung, dass wir mit gelernten Außenverteidigern besser da stehen würden. Aber trotzdem fand ich den Artikel von Herrn Fritsch interessant und kann auch seine Position nachvollziehen.
    Einfach mal zuhören und dann schreiben: "Ja, das sind nachvollziehbare Argumente. Aber ich sehe das anders, weil..."
    Aber vielleicht ist es ja auch utopisch, so eine Diskussionskultur in einem Kommentarbereich zu erwarten.

  6. Die Mannschaft spielt gut und viele meckern auch über Spieler, was gar nicht gerechtfertigt ist (Özil als Beispiel). Die Mannschaft wird nun einfach schnell nervös und braucht eventuell jemanden der sagt, was sie machen sollten.

    3 Leserempfehlungen
    • paul12
    • 02. Juli 2014 15:31 Uhr

    Eine wirklich interessante Analyse.
    Ich finde es ungerecht das 1:2 gegen Ghana die Schuld auf Hummels zu schieben. Lahm hat in der Vorwärtsbewegung einen groben Fehler gemacht, den ausgerechnet er sich nicht leisten darf. Lahm trägt die Schuld. Dieser Pass war total unnötig. Der Gegner hat schnell agiert und sehr gut gepasst, das hätten selbst die beiden Innenverteidiger Nesta und Maldini nicht verhindern können.

    Özil ist total außer Form. Er verlangsamt das Spiel nur und ist weder pass sicher noch zweikampfsstark. Ich halte Ihn für die größte Fehlbesetzung in der Startelf.

    Über Lahm kann man streiten. Allerdings finde ich auch, dass Schweinsteiger und Khedira als doppel 6 eine riskante Variante wäre.

    Man muss aber auch wirklich sagen, dass Löw bisher glück hatte.
    Eine Niederlage gegen Algerien wäre nicht unverdient gewesen und spätestens dann hätten auch Sie zugeben müssen, dass Löw sich schwer getäuscht hatte, Höwedes und Mustafi spielen zu lassen.

    MFG

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Seine Maßnahme mit den vier gelernten Innenverteidigern ist für mich kein Erfolgsrezept. Boateng auf rechts hat in Ansätzen gezeigt, worin seine Stärken liegen. Nicht im Offensivspiel, aber er gibt da zumindest die nötige Breite und kann auch durch seine Physis und Athletik einiges von dem wettmachen, was ihm zu einem sehr guten Außenverteidiger fehlen würde.

    Das Problem ist nicht Lahm. Lahm brauchen wir aktuell im Zentrum, weil weder Schweinsteiger noch Khedira zu 100% fit sind. Je nach Gegner kann man einen der beiden bringen und dann später gegen den anderen austauschen, das halte ich auch für sinnvoll. Zur Not hat man immer noch Kramer.

    Das große Problem ist die linke Abwehrseite. Getreu dem Motto, dass die Schweden keine Holländer sind, kann man festhalten, dass Höwedes einfach kein moderner Außenverteidiger ist. Ja nicht mal ein Außenverteidiger. Das ist nicht seine Schuld, das muss man Löw anlasten. Leider wurde von Anfang an die Chance vertan, hier mit Durm oder auch Großkreutz Spieler zu testen und zu bringen, die das im Verein schon deutlich besser und auf deutlich höherem Niveau gespielt haben. Durm kann das und er hat gezeigt, dass er auch in der Champions League bestehen kann.

    Dass Löw so spät im Turnier nochmal die Abwehr grundlegend verändern wird, halte ich leider für ausgeschlossen. Es wäre aber ratsam, gegen die brandgefährliche französische Offensive zumindest einen echten AV auf links aufzustellen, um endlich die nötige defensive Stabilität zu erlangen.

    gehört selbst beim Fussball dazu. Ich habe an Löw überhaupt nichts zu meckre. Ich kann mich zurücklehnen und schauen wie weit Deutschland kommt. Mal sehen, vielleicht klappst ja. Ich finde, viele sehen das hier zu verbissen. Lasst uns doch mal relaxen!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
Service