Vor wenigen Wochen haben Berlin und Hamburg ihre Konzepte für die Olympischen Spiele 2024 vorgelegt. Beide Städte wollen sich um das Spektakel bewerben, liefern sich einen Wettkampf. Hamburg möchte mit der Nähe zum Wasser punkten, Berlin mit Nachhaltigkeit und Bürgernähe. Doch ein Bieterwettstreit ist gar nicht das, was ein Großteil der Deutschen will, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE ergab.

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Zwar sprachen sich rund 65 Prozent der Befragten für eine deutsche Olympia-Bewerbung aus, dagegen waren lediglich 16 Prozent. Doch unter den Befürwortern wollen die meisten, dass sich Berlin und Hamburg gemeinsam für die Spiele bewerben. Insgesamt gaben dies 31 Prozent der Befragten an. Für Berlin als Einzelausrichter waren lediglich 15 Prozent, für Hamburg nur 13 Prozent. Einen Haken gibt es: Die Statuten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) lassen derzeit eine Doppelbewerbung nicht zu.

Doch Statuten kann man ändern. Voraussichtlich am 6. Dezember wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, ob und welche deutsche Stadt er ins Bewerbungsrennen schickt. Der IOC-Präsident Thomas Bach arbeitet zurzeit an der "Agenda 2020", die Olympia reformieren soll, unter anderem den Bewerbungsmodus.

Das Jahr 2024 könnte gar ein Supersportsommer werden. Nur wenige Wochen vor Olympia findet die Fußball-Europameisterschaft statt. Hier gilt Deutschland als Favorit. Die Deutschen fänden eine EM gut. 72 Prozent der Befragten sind dafür, dass Deutschland in diesem Sommer die Fußball-EM austrägt. Nur 14 Prozent sind dagegen.

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Nur wer soll das zahlen? Nicht zuletzt das Nein der Münchner gegen die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 hat die Debatte um den Stellenwert von Großereignissen und Spitzensport im Allgemeinen befeuert. Wie viel ist uns eine Goldmedaille wert und wie viele Steuergelder sollten für Spitzensport aufgewendet werden? Im diesem Jahr fließen vom Bundesinnenministerium knapp 140 Millionen Euro in den Spitzensport, etwa acht Millionen mehr als zuvor.

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Immerhin jeder vierte Befragte würde diese Gelder sofort streichen. Sie sind der Meinung, Deutschland solle für Sportförderung und die Gastgeberrolle bei Großereignissen kein Steuergeld ausgeben. 15 Prozent wünschen sich, dass für Spitzensport weniger Steuergelder ausgegeben werden, nur 8 Prozent wünschen sich mehr, bei den Frauen sind es gar nur 4 Prozent. 34 Prozent der Befragten sind der Meinung, die derzeitige Höhe der Förderung solle beibehalten werden. 

Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung nahmen 1.036 Erwachsene teil. Die Erhebung fand zwischen dem 15. und 17. September 2014 statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für alle 1.036 Erwachsene (Alter 18+).