Hertha BSC – Hannover 96 0:2 (0:1)

Mit dem dritten Sieg in Folge hat Hannover 96 zum Spitzentrio der Fußball-Bundesliga aufgeschlossen. Der Franzose Jimmy Briand und der Japaner Hiroshi Kiyotake sorgten zum Auftakt des 11. Spieltages für einen verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtserfolg der Niedersachsen in Berlin – und stürzten Hertha BSC in die sportliche Krise.

Nach dem Pokal-Aus gegen den Drittligisten Bielefeld und der Blamage in Paderborn unterlag Hertha vor 39.710 Zuschauern nach drei Heimsiegen in Folge im eigenen Olympiastadion.

Hannover, mit Stefan Thesker links in der Abwehrkette und Ceyhun Gülselam im zentralen Mittelfeld, startete bei guten äußeren Bedingungen mit dem Selbstvertrauen von 1:0-Siegen in Dortmund und gegen Frankfurt. Nach der ersten Ecke kam Briand knapp zu spät. Einen 20-Meter-Schuss von Hiroshi Kiyotake – auf der anderen Seite standen mit Hajime Hosogai und Genki Haraguchi zwei weitere Japaner – entschärfte Hertha-Schlussmann Thomas Kraft (3.). Nach einer schönen Kombination scheiterte auch Leonardo Bittencourt am früheren Bayern-Keeper (15.).

Hertha, erstmals mit dem unglücklich agierenden Ex-Nürnberger Marvin Plattenhardt als Linksverteidiger in der Startelf, bekam keinen Zugang zu der Partie, hätte durch Haraguchi (17.) aber in Führung gehen können. Trotz großen Einsatzes schafften es die Berliner nicht, Ordnung und System in ihr Spiel zu bringen. Nach Vorarbeit von Haraguchi hätte Kalou allein vor Ron-Robert Zieler das 1:0 machen müssen, scheiterte aber (24.). Die Gastgeber setzten auf ein schnelles Umkehrspiel, wobei Hiroki Sakai mehrmals in Bedrängnis kam.

Die Hannoveraner spielten weiter mutig nach vorn. Briand verzog aus guter Position (41.), doch drei Minuten später war das erste Bundesliga-Tor des Offensivspielers fällig: Nach einer Ecke von Kiyotake war der Franzose eher am Ball als Plattenhardt und schoss aus zehn Metern direkt ein.

Die Gäste blieben auch nach der Pause das strukturiertere und bessere Team. Bittencourt hätte kurz nach dem Wechsel erhöhen können, zudem wurde ein Tor von Kiyotake wegen Abseits zu recht nicht anerkannt (56.). Doch dann entschied der stark spielende Kiyotake die Partie endgültig.

Aufstellung Hertha: Thomas Kraft - Peter Pekarík, John Heitinga, Fabian Lustenberger, Marvin Plattenhardt - Hajime Hosogai, Per Skjelbred - Roy Beerens, Valentin Stocker, Genki Haraguchi - Salomon Kalou

Aufstellung Hannover: Ron-Robert Zieler - Hiroki Sakai, Marcelo, Christian Schulz, Stefan Thesker - Manuel Schmiedebach, Ceyhun Gülselam - Jimmy Briand, Hiroshi Kiyotake, Leonardo Bittencourt - Joselu

Tore: Briand (44.), Kiyotake (76.)

Karten: Bittencourt (45.+1), Kiyotake (68.) / Stocker (57.), Brooks (66.), Ronny (83.)

Zuschauer: 39.710, Olympiastadium, Berlin

Schiedsrichter: Peter Sippel