Der Streit über die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe nach Russland und Katar dauert noch an, da erreicht den Weltfußballverband Fifa eine weitere schlechte Nachricht: Nach der arabischen Fluggesellschaft Emirates plant nun auch Sony, den zum Jahresende auslaufenden Vertrag mit der Fifa nicht mehr zu verlängern. Angesichts der Sanierungsanstrengungen bei dem japanischen Elektronikkonzern sei es unwahrscheinlich, dass der Achtjahresvertrag erneuert werde, berichteten das Wall Street Journal und die japanische Nachrichtenagentur Jiji Tsūshin unter Berufung auf informierte Kreise.  

Sony hatte unter anderem bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika und in diesem Jahr in Brasilien geworben. Die Zusammenarbeit mit der Fifa ließ sich das Unternehmen umgerechnet mehr als 200 Millionen Euro kosten. Zuletzt gab es innerhalb des Konzerns jedoch Forderungen, den Vertrag angesichts der eigenen schwierigen wirtschaftlichen Lage auf den Prüfstand zu stellen. 

Das Unternehmen hatte im Quartal Juli bis September einen Verlust von 136 Milliarden Yen verbucht. Für das noch bis zum 31. März 2015 laufende Geschäftsjahr geht Sony von einem Konzernverlust in Höhe von 230 Milliarden Yen aus.     

Schlechtes Image der Fifa gefürchtet

Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung ist nach Insiderangaben jedoch nur ein Grund für die Entscheidung. Ausschlaggebend sei auch das schlechte Image der Fifa. Erst Anfang des Monats hatte dies auch die Fluggesellschaft Emirates dazu bewogen, den Vertrag mit der Fifa zum Jahresende auslaufen zu lassen.  

Emirates und Sony gehören zu den sechs Hauptsponsoren, von denen die Fifa zuletzt jährlich rund 145 Millionen Euro kassiert hatte. Allein der zur WM in Deutschland 2006 gestartete Vertrag mit Sony brachte der Fifa 225 Millionen Euro. Zuletzt wurde auch von Sponsorenseite der Druck stärker, die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der nächsten Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar abschließend und vollständig aufzuklären.

Dies ist der von der Fifa eigens eingesetzten Ethikkommission aber nicht gelungen. Im Gegenteil führte ihr Abschlussbericht sogar zu einem Eklat. Der deutsche Fifa-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert sprach Russland und Katar von jeglichem Fehlverhalten frei und erklärte, es sei kein Grund gefunden worden, das Vergabeverfahren neu aufzurollen. Der amerikanische Fifa-Chefermittler Michael Garcia widersprach umgehend und warf Eckert zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen seiner Untersuchungen vor. Nun soll der italienische Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission der Fifa, Domenico Scala, über den weiteren Umgang mit dem Bericht befinden.