Der Tod eines 43-jährigen Fußballfans erschüttert Spanien. Am Sonntag war es in Madrid zu Ausschreitungen gekommen, jetzt hat die Regierung angekündigt, mit aller Strenge gegen randalierende Fans vorgehen zu wollen. Ziel sei es, die Ultras aus den Stadien zu verbannen, sagte der Präsident der obersten Sportbehörde CSD, Miguel Cárdenal, nach einem Krisentreffen der Anti-Gewalt-Kommission des Innenministeriums in Madrid.

In der spanischen Hauptstadt waren vor dem Spiel zwischen dem spanischen Meister Atlético Madrid und Deportivo La Coruña etwa 200 Ultras in der Nähe des Stadions aufeinander losgegangen. Sie benutzten Stöcke, Messer und Flaschen als Waffen. Ein Deportivo-Fan wurde dabei in den Fluss Manzanares geworfen. Der Mann erlitt einen Herz- und Atemstillstand und eine Gehirnerschütterung und starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt, es gab 21 Festnahmen.

Cárdenal kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen gewaltbereite Fans an. Am Donnerstag würden mit Liga- und Verbandsvertretern die weiteren Schritte besprochen. "Wir wollen diese Personen völlig aus dem Fußball entfernen. Für sie gibt es keinen Platz, weder in den Stadien noch außerhalb", sagte Cárdenal.

Radikale Ultra-Gruppierungen gibt es nach Angaben der spanischen Sportzeitung Marca in allen Vereinen der Primera División, der ersten spanischen Fußballliga. Nach amtlichen Angaben sind seit 1982 elf Menschen durch Gewalt im Fußball getötet worden.