VfL Wolfsburg – Bayern München 4:1 (2:0)

Von wegen unschlagbare Bayern: Mit einer taktischen Meisterleistung hat der VfL Wolfsburg zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde gegen den FC Bayern München ein Zeichen gesetzt. Durch das 4:1 (2:0) beendeten die Niedersachsen die Serie des Fußball-Rekordmeisters. Die Bayern hatten in 21 Bundesligaspielen keine Niederlage kassiert.

Bas Dost (4./45.+2 Minute) und De Bruyne (53./73.) trafen für Wolfsburg. Juan Bernat (55.) konnte für die Bayern zwischenzeitlich verkürzen. Die Münchner kassierten in dem Auftaktspiel so viele Gegentore wie in der gesamten Hinrunde. Der Rückstand der Wolfsburger auf den Tabellenersten schmolz auf acht Punkte.

Die Momente vor dem Anpfiff waren emotional. Die Spieler versammelten sich am Mittelkreis und gedachten dem tödlich verunglückten VfL-Profi Junior Malanda mit einer Minute Applaus. Malanda war am 10. Januar nach einem Autounfall gestorben. Die Fans hatten ein Transparent entrollt mit der Aufschrift: "Für immer in unseren Herzen".

Alle Spekulationen über mentale Probleme der Wolfsburger aufgrund der Tragödie hatten sich schnell erledigt. Die Niedersachsen gingen schon nach 180 Sekunden in Führung. Einen Pass von De Bruyne verwerte Dost.

Der frühe Rückstand brachte die Bayern aus dem Konzept. Mehr Ballbesitz und bessere Zweikampfwerte waren wertlos, denn Wolfsburg verteidigte klug und spielte schnell nach vorne. Maximilian Arnold hätte nach einer Flanke von De Bruyne (26.) bereits erhöhen können. 

Wenige Chancen für die Bayern

Torchancen hatten die Münchner nur bei einem Kopfball von Bastian Schweinsteiger (14.) und einem Flachschuss von David Alaba (29.). Xabi Alonso sah nach einem Schubser gegen Arnold (43.) Gelb.

In der Nachspielzeit erhöhte Dost mit einem Außenrist-Schuss auf 2:0. In der ersten Halbzeit hatten die Münchner schon halb so viele Tore kassiert wie in der gesamten Hinrunde. Dass es in der zweiten Halbzeit noch einmal so viele werden sollten, hätten wohl selbst die Wolfsburger nicht für möglich gehalten.

Bayern-Trainer Pep Guardiola stellte die schwächelnde Abwehr um, beorderte Alaba auf die Linksverteidiger-Position und brachte Mitchell Weiser für den überforderten Sebastian Rode. Aber es half nichts: Schon kurz nach der Pause schlug De Bruyne mit einem Konter erneut zu.

Ein Bayern-Debakel wie beim 1:5 in der VfL-Meistersaison 2009 schien nun möglich. Doch die Bayern wehrten sich energisch. Bernat sorgte mit seinem ersten Bundesliga-Tor nach einem Patzer von Naldo für ein bisschen Restspannung in einem hektischen Spiel mit Offensivaktionen auf beiden Seiten.

Arnold (56.) hatte zahlreiche Chancen auf Tore aus der kurzen Distanz. VfL-Torwart Diego Benaglio parierte einen Freistoß von Arjen Robben (71.). Dann trickste De Bruyne Dante aus und vollendete mit links zum 4:1. 

Im Interview kommentierte Bundestrainer Joachim Löw: "Die Bayern haben nicht den Rhythmus gefunden. Wolfsburg nutzt die Ballverluste der Bayern." Löw glaubt aber nicht an ein Straucheln der Bayern in den kommenden Wochen oder mehr Spannung im Titelrennen: "Bei allem Respekt für Wolfsburg oder die anderen Teams. Die Bayern werden sich das nicht mehr nehmen lassen"


VfL Wolfsburg: Benaglio – Vieirinha, Naldo, Knoche, Rodríguez – Luiz Gustavo, Arnold – Caligiuri (86. Hunt), De Bruyne, Perišić (81. Schäfer) – Dost (83. Bendtner) 

Bayern München: Neuer – Rode (51. Weiser), Boateng, Dante, Bernat – Xabi Alonso, Schweinsteiger – Robben, Alaba, Müller (71. Götze) – Lewandowski (71. Pizarro)

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden) 

Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Dost (4.), 2:0 Dost (45.+2), 3:0 De Bruyne (53.), 3:1 Bernat (55.), 4:1 De Bruyne (73.)

Gelbe Karten: Arnold (4), Luiz Gustavo (7) / Schweinsteiger (1), Xabi Alonso (4)

Beste Spieler: Vieirinha, Dost, De Bruyne / Bernat