Die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar wird auf die Wintermonate verlegt. Das hat die Task Force der Fifa auf ihrer Sitzung in Doha empfohlen. Die Meisterschaft soll demnach im November und Dezember 2022 stattfinden. Eine endgültige Entscheidung der Fifa ist das noch nicht: Das Exekutivkomitee des Weltfußballverbandes muss den Termin Ende März noch bestätigen.

Nach einem sechsmonatigen Konsultationsprozess sei der Termin im November/Dezember der "brauchbarste" gewesen und habe die volle Unterstützung von allen sechs Kontinentalverbänden, teilte die Fifa mit. Es habe nach all den Diskussionen nur diese Lösung gegeben, sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Streit über den Termin der WM und den Austragungsort gibt es seit der Vergabe nach Katar. Die hohen Temperaturen im Sommer seien für die Durchführung des Turniers nicht tragbar, so die Kritik, die vor allem von nationalen Fußballverbänden kam. Im Juni und Juli werden in dem Wüstenstaat bis zu 50 Grad gemessen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte zuletzt im vergangenen November den Jahresbeginn 2023 als Ausweichtermin ins Gespräch gebracht. Zudem gibt es Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe an Katar sowie wegen der Arbeitsbedingungen von Gastarbeitern auf WM-Baustellen.

Sollte die Fifa den Vorschlag bestätigen, droht ein Konflikt mit großen europäischen Fußball-Ligen. In den Wintermonaten finden in der Regel die Clubwettbewerbe statt, in Deutschland etwa die Hinrunde der Bundesliga. Sie wollen eine Unterbrechung des heimischen Saisonbetriebs verhindern und bevorzugen die Austragung der WM in Katar im April bis Mai 2022.

Denkbar ist, dass die Entscheidung für November und Dezember auch deshalb fiel, weil im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Eine Verschiebung der WM auf die Zeit nach Neujahr hätte möglicherweise zu einer Terminüberschneidung geführt.