Dopingproben in einem Labor in Harlow, England © Oli Scarff/Getty Images

Dopenden Spitzensportlern droht in Deutschland bald eine Haftstrafe: Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Anti-Doping-Gesetzes verabschiedet. Damit wird das Selbstdoping und der Besitz von leistungssteigernden Mitteln unter Strafe gestellt. In den kommenden Monaten wird das Gesetz im Bundestag beraten. Eine Verabschiedung durch das Parlament ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Bundesjustizminister Heiko Maas sagte, in Deutschland sei seit Jahrzehnten über ein Anti-Doping-Gesetz gestritten worden. "Ich bin froh, dass uns jetzt ein Durchbruch gelungen ist." Das Anti-Doping-Gesetz sei "ein Statement für den sauberen Sport und eine Kampfansage an das Doping im Spitzensport".

Das Gesetz dient der Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln und -methoden, um die Gesundheit der Sportler zu schützen, die Fairness und Chancengleichheit bei Wettbewerben zu sichern und zur Erhaltung der Integrität des Sports beizutragen. Es bündelt die bisherigen Rechtsvorschriften zur Dopingbekämpfung, beinhaltet aber auch wesentliche Neuerungen. Dazu gehören das Verbot des Selbstdopings und die Einführung der Strafbarkeit von Erwerb und Besitz von leistungssteigernden Mitteln auch bei geringen Mengen.

Das neue Gesetz verbietet Sportlern die Einnahme von Dopingmitteln, sofern die Anwendung in der Absicht erfolgt, sich damit einen Vorteil in einem sportlichen Wettbewerb zu verschaffen. Das Verbot erfasst damit erstmals das unlautere Verhalten dopender Athleten selbst in einem speziellen Tatbestand. 

Bis zu zehn Jahre Haft

Mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren wird bestraft, wer ein Dopingmittel bei sich anwendet oder anwenden lässt, es herstellt, mit ihm handelt oder es verschreibt. Bis zu zehn Jahre Haft drohen, wenn jemand die Gesundheit einer "großen Zahl von Menschen" gefährdet oder einen Menschen durch solche Mittel der Gefahr des Todes oder schwerer Körperschäden aussetzt.

Maas sagte, das Anti-Doping-Gesetz unterstütze auch die Olympiabewerbung Hamburgs. "Athleten, Zuschauer, Sponsoren und Verbände: Alle wollen saubere Spiele. Es darf keine Siege und Medaillen mehr um jeden Preis geben." Die Konsequenz im Kampf gegen Doping sollte bei der Vergabe von Olympischen Spielen eine Rolle spielen. "Bewerber aus einem Land, in dem es ein Anti-Doping-Gesetz gibt, sollten einen Vorteil haben gegenüber Bewerbern, bei denen es keine solchen Gesetze gibt", sagte Maas.