Borussia Dortmund ist aus der Champions League ausgeschieden. Der Bundesliga-Zehnte unterlag im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin mit 0:3 (0:1) und verabschiedete sich mit der vierten Europacup-Heimniederlage gegen Italiens Rekordmeister wohl für längere Zeit aus der Königsklasse. Die Gegentore durch Carlos Tévez (3./79. Minute) und Álvaro Morata (70.) überraschten den BVB, der schon die erste Begegnung vor drei Wochen mit 1:2 verloren hatte und am Ende regelrecht vorgeführt wurde.

Die Dortmunder verfehlten den dritten Einzug ins Viertelfinale der Champions League nacheinander klar. Bei seinem Anrennen vor 65.851 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park ließ es das Team von Jürgen Klopp an Tempo und Kreativität fehlen. Damit ist der FC Bayern München der letzte deutsche Verein in der Champions League.

Mit einer eindrucksvollen Choreografie erinnerten die Fans auf der Südtribüne vor Spielbeginn an den triumphalen 3:1-Finalsieg über Juventus 1997 in München. Doch mitten in die Festtagsstimmung auf den Rängen hinein platzte das 0:1 durch den Argentinier Tévez, der Roman Weidenfeller nach gerade einmal 131 Sekunden mit einem nicht unhaltbar scheinenden 20-Meter-Schuss praktisch aus dem Stand überraschte. Das unverhofft frühe Führungstor spielte dem Team von Massimiliano Allegri in die Karten.

Der Treffer gegen die "Ergebnismaschine Juve" (Klopp) wirkte wie eine kalte Dusche für den BVB, dem im Spiel nach vorne zunächst kaum etwas gelingen wollte. Dem anstelle von Shinji Kagawa aufgebotenen Champions-League-Debütanten Kevin Kampl gelang es ebenso wenig wie seinen Nebenleuten Henrich Mchitarjan und Marco Reus, das Angriffsspiel der Dortmunder anzukurbeln. Dafür musste auf der Gegenseite Weidenfeller beim Distanzschuss von Stephan Lichtsteiner (15.) noch einmal auf der Hut sein und das drohende 0:2 vereiteln.         

Erst nach einer guten halben Stunde wurde das Spiel der Hausherren allmählich etwas druckvoller, doch einmal mehr zeigten sich auch die Defizite des Teams. Den meist durch die Mitte vorgetragenen Aktionen fehlten wie schon zuletzt bei den torlosen Remis gegen Hamburg und Köln die Ideen. So sprangen trotz vielen Ballbesitzes gegen die souverän verteidigenden Turiner keine echten Torchancen heraus. Die wenigen hohen Bälle, die vor das Juventus-Tor flogen, wurden zudem eine sichere Beute von Italiens Nationalkeeper Gianluigi Buffon.

Mit der Einwechslung von Oliver Kirch für Marcel Schmelzer versuchte Klopp mit Beginn der zweiten 45 Minuten das brachliegende Flügelspiel seiner Mannschaft zu beleben. Der BVB spielte nun mehr auf Risiko und eröffnete Juve damit auch Konterchancen. In der 50. und 56. Minute verhinderte Weidenfeller gegen Morata und Tévez das mögliche 0:2. Mit Jakub Błaszczykowski und Adrián Ramos zog Klopp auch noch seine letzten Offensivtrümpfe, doch auch mit den beiden wurde das Angriffsspiel nicht effektiver. Juve-Keeper Buffon hatte bei einem Schuss von Kampl (63.) seine erste Bewährungsprobe zu bestehen, die er mühelos meisterte. 20 Minuten vor Schluss besiegelte Morata nach einem Konter endgültig den Dortmunder Abschied von Europa, der mit dem 0:3 durch Tévez neun Minuten später fast peinliche Züge annahm.