Nun ist es offiziell: Deutschland bewirbt sich mit Hamburg um die Olympischen Spiele und Paralympics im Jahr 2024. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beschloss in der Frankfurter Paulskirche einstimmig, die Hansestadt in den internationalen Wettbewerb um das größte Sportereignis der Welt zu schicken. 410 Delegierte votierten für Hamburg, es gab keine Enthaltung. Der Mitbewerber Berlin war in einer Vorauswahl des DOSB-Präsidiums gegen Hamburg unterlegen

"Sportdeutschland steht vor einem Aufbruch", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Lassen sie uns, hanseatisch formuliert, zu neuen Ufern aufbrechen." Er betonte, dass Deutschland sich an der Reformagenda des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) orientieren wolle. Diese zielt auf mehr Transparenz und weniger Gigantismus. "Wir wollen Vorbild für eine olympische und paralympische Zukunft werden", sagte Hörmann. 

Als "große Geste" bezeichnete es Hörmann, dass Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller selbst in die Paulskirche kam. Der SPD-Politiker versicherte in seiner kurzen Ansprache Hamburg die Unterstützung der Bundeshauptstadt, gab aber zu, die Niederlage nicht überwunden zu haben: "Es tut immer noch etwas weh."

Dagegen hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz allen Grund zur Freude und zum Stolz. Er sprach von einer "großen Ehre" für die Stadt und meinte, dass es nach den Sommerspielen 1972 wieder an der Zeit sei, Olympia nach Deutschland zu holen. "Es kann nicht sein, dass alle begeistert Olympische Spiele schauen, aber uns nicht zutrauen, sie zu organisieren. Wir können das", versicherte Scholz.

Das Internationale Olympischen Komitee (IOC) wird im Sommer 2017 im peruanischen Lima über die Stadt für die Sommerspiele 2024 entscheiden. Als mögliche Konkurrenten von Hamburg gelten Boston, Budapest, Doha, Rom, Paris, Istanbul und eine australische Stadt. Boston gilt vielen als Favorit. Falls es Hamburg im ersten Anlauf nicht schaffen sollte, ist eine zweite Kandidatur für 2028 vorgesehen.

Deutschland muss bis zum 15. September Hamburg als Kandidatenstadt beim IOC anmeldet. Allerdings sollen die Bürger im Herbst bei einem Volksentscheid das letzte Wort zur Bewerbung haben. Bei einer Forsa-Umfrage hatten sich zuletzt 64 Prozent der Hamburger für Olympia in ihrer Stadt ausgesprochen. Der DOSB hat die Zustimmung der Bevölkerung zu einem wichtige Bestandteil des Verfahrens gemacht, weil die Olympia-Bewerbung von München für die Winterspiele 2022 am Widerstand der Bürger gescheitert war.