Der deutsche Sport und die deutsche Politik wollen sich für Olympia bewerben, doch ihre Doping-Opfer vernachlässigten sie, kritisiert der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH). Er beschäftigt sich mit der Schadensregulierung von Doping in der ehemaligen DDR und BRD. In beiden Ländern gab es organisiertes Doping. In der DDR wurden Tausende Kinder unwissentlich zwangsgedopt, heute leiden viele von ihnen unter schwersten Schäden und sind nicht fähig, geregelter Arbeit nachzugehen und ihr Leben zu finanzieren.

"Wer ohne die Klärung der Altlasten Olympische Spiele in Deutschland forciert, der ist ganz klar weiterhin für systematischen Betrug und bringt das hehre Projekt Olympia von vornherein in Misskredit", sagt Ines Geipel, die Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe.


Der DOH hat dem deutschen Olympischen Sportbund sowie dem Bundesministerium des Inneren zur Schadensbegrenzung ein Konzept für einen "Akutfond des Sports" vorgelegt. Es sieht unter anderem die Regulierung der Spätfolgen von 2.000 Dopingopfern sowie juristische Hilfe und Einmalzahlungen vor. Der DOH fordert 32 Millionen Euro, das entspricht dem Betrag, der für die gescheiterte Bewerbung der Olympischen Spiele in München "in den Sand gesetzt" worden war, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der DOH will auch den Deutschen Fußball-Bund in die Pflicht nehmen. In der Berliner Beratungsstelle des Vereins würden sich zunehmend geschädigte Fußballer aus der ehemaligen DDR mit Depressionen, Ödemen oder Hodenkrebs melden.

"Wenn Deutschland das Format Weltmeister spielt, braucht es noch lange keine Fußballstars, die in der aktuellen Debatte um Freiburg die Öffentlichkeit mit ihren Dopingmärchen strapazieren. Dort, wo Glanz und Geld sind, sollten auch Klärung und Verantwortung möglich sein", sagt Geipel.