Zuschauer des Vorrundenspiels zwischen England und Kolumbien © empics/dpa

Die Fifa frisiert die Besucherzahlen der Frauenfußball-WM in Kanada, berichtet der Sydney Morning Herald. Nach Ende der Gruppenphase hätte die Verband mitgeteilt, dass die 36 Vorrundenspiele von insgesamt 885.369 Fans besucht worden seien, tatsächlich seien deutlich weniger Zuschauer in den Stadien gewesen.

So hätten 53.038 Besucher das Eröffnungsspiel zwischen Kanada und China verfolgt. Nach Fifa-Angaben hätten genau so viele Menschen die im Anschluss in Edmonton ausgetragene Partie zwischen Holland und Neuseeland verfolgt. Auf Fernsehbildern sei aber zu sehen gewesen, dass viele Zuschauer das Stadion verlassen hatten, als die zweite Partie gespielt wurde, schreibt die Welt.

Die Fifa habe auf Nachfrage zugegeben, dass sie die Doppelveranstaltungen mit zwei Spielen hintereinander in ihrem Sinne nutze. "Ein Ticket erlaubt den Zutritt zu beiden Spielen. Es ist technisch schwierig, zu überprüfen, wie viele Menschen bei jeder Partie im Stadion waren. Die insgesamt verkaufte Anzahl an Tickets zählt somit für jedes Spiel", sagte ein Sprecher des Verbandes. Jeder Besucher werde zweimal gezählt, so treibe die Fifa Besucherzahlen in die Höhe.

An den ersten beiden Spieltagen der Gruppenphase, die nach diesem Modus ausgetragen wurden, seien insgesamt 626.822 Zuschauer in den Stadien gewesen, teilte die Fifa mit. Der Sydney Morning Herald rechnete diese Zahlen nach und kam zu dem Ergebnis, dass nur knapp die Hälfte davon wirklich in den Stadien war.

Dass zwei Partien unmittelbar nacheinander gespielt werden, war eines der Argumente dafür, dass das Turnier auf Kunstrasen gespielt wird. Diese Entscheidung war von den Spielerinnen stark kritisiert worden. Kunstrasen weist im Gegensatz zu natürlichem Rasen kaum Verschleißerscheinungen auf. Er wurde zuvor bei keiner Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt.