Endlich. In dieser Woche beginnt der Sommer auch nach Temperaturen. Weil man ja nicht immer nur Federball, Boccia und Durchdenbaggerseeschwimmen spielen kann, haben wir für Sie vollkommen subjektiv die fünf Sporttrends des Sommers 2015 zusammengestellt.

Bossaball

Bossawas? Bossaball ist eine wilde Mischung aus Fuß- und Volleyball, ausgeführt auf einer Hüpfburg mit Volleyballnetz und integrierten Trampolinen. Die Teams bestehen aus zwei bis fünf Spielern. Wie beim Volleyball muss die Kugel übers Netz und dort das gegnerische Spielfeld berühren. Mit den Händen erzielte Treffer geben einen Punkt. Wer das gegnerische Trampolin trifft, bekommt drei Punkte. Zwei Extrapunkte gibt es für mit den Füßen gemachte Punkte.

Ganz wichtig beim Bossaball sind heiße Rhythmen direkt von der Copacabana, am besten Bossanova, nach diesem brasilianischen Sound ist der Sport benannt.

Zugegeben: Der Einstieg ist relativ schwer, schließlich hat man nicht immer eine Trampolinhüpfburg mit Netz dabei. Allerdings lassen sich die Courts auch gegen Kaution mieten. In nahezu jeder größeren deutschen Stadt, in der ab und zu mal ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke schießt, gibt es schon Bossaball-Anlagen. In Hamburg auch.

Doping durch Mojitos ist zwar erlaubt, kann aber beim Hüpfen auf den Magen schlagen. Es wäre doch schade um die schönen Getränke und die Kaution.

Für Freunde von: Hüpfburgen, Klaus Fischer, Gisele Bündchen

Federballfaktor (von 10): 2  

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Punk Rope

Der Zumba-Hype ist vorbei, geblieben ist ein sportliches Vakuum, das unangenehme Fettpölsterchen mitbringt. Und jetzt startet auch noch die Bikinisaison vor der Terrassentür. Aber: Es ist noch nicht zu spät für den Beachbody, der neue Trend auf dem Schwitz-statt-schäm-Sektor ist da und er heißt Punk Rope.

Punk Rope verbindet gewöhnliches Seilchenspringen mit Punkattitüde. In Trainingsgruppen lassen sich die Sportler, ähnlich wie beim Spinning, so lange beim Springen anheizen und vollmaulen, bis die Pfunde ganz von alleine schmelzen. Zu den Hüpfbewegungen gesellen sich Elemente aus der Aerobic. Das Ganze trainiert Koordination, Gleichgewicht und Ausdauer. Eine einstündige Punk-Rope-Session verbrennt bis zu 600 Kilokalorien, so viele wie bei einer ausgedehnten Joggingtour.

Alles, was für den Einstieg benötigt wird, ist ein Springseil und eine Punk-Rope-Trainingsgruppe. Alternativ dazu kann auch mit einem Punk-Rope-Video trainiert werden. Egal ob drinnen oder draußen, Punk Rope liegt im Trend und verschafft ihnen, bei konsequenter Anwendung, bis zum Hochsommer einen Body wie Iggy Pop.

Für Freunde von: Lust for Life, Muhammad Ali, Sascha Lobo

Federballfaktor: 5

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Skateboarden

Longboards, Snakeboards und Streetboards, in den vergangenen Jahren wurde der Brettermarkt mit unzähligen Skatederivaten überschwemmt. 2015 geht der Trend zurück zu den Wurzeln des Bretts.

Erfunden wurden die Skateboards von den Teenagern Südkaliforniens, die Rollen an ihre Surfbretter klöppelten, um damit in leeren Swimmingpools herumzudüsen. Das trat Ende der Siebziger einen derartigen Trend los, dass bald Teenager weltweit mit zerrissenen Jeans über Bürgersteige rollten.

Wer auf dem Skateboard besonders anmutig aussehen möchte, der muss schon ein wenig üben. Wer darauf keine Lust hat, sieht auch sehr cool aus, wenn er das Board einfach nur lässig in der Hand hält. Das Skateboard als Accessoire lässt sich beliebig mit Bier und Fluppe kombinieren und wirkt dabei noch immer sportlich.

Wer deutlich tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann sich beim COS-Cup umschauen, der deutschen Skateboard-Meisterschaft. Was dem Skispringer seine Vierschanzentournee, ist dem Skater sein COS-Cup. Das Event gastiert in Dresden, in Münster und im Europapark in Rust.

Die Preise für komplette Skateboards beginnen bei 80 Euro. Klingt nach einem stattlichen Preis, dafür bekommt man aber sieben Schichten kanadisches Nadelholz, die ein erstklassiges Fortbewegungsmittel und einen großen Coolness-Boost ergeben. Die Schürfwunden für den Respekt bei den Kollegen im Büro gibt es gratis dazu.

Für Freunde von: Tony Hawk, Asphalt, OPM

Federballfaktor: 4

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Blobbing

Wenn es richtig warm wird, zieht es den Menschen ans Wasser. Da war bis vor wenigen Jahren das Bananenboot noch der Spaßgarant. Doch langsam erobert das Blobbing die deutschen Badeanstalten. Der namensgebende Blob ist ein mit Luft gefülltes, längliches Gummikissen. Von einem Sprungturm lässt sich jemand auf den Blob fallen, der Partner, der  bereits auf dem Luftkissen sitzt, wird Meter weit in die Luft katapultiert. Weltrekordhalter im Blobben ist ein Schweizer Team, das 2011 seinen Blobber 17 Meter in die Luft schoss.

Erfunden wurde das Blobbing vom Amerikaner Tex Robertson, ein Multitalent. Robertson gewann 1932 nicht nur Olympiabronze im Wasserball, sondern hat auch den Frisbee ersonnen.

Ein eigener Blob ist relativ teuer. Einstiegspreis: 700 Euro. Deutlich preisgünstiger ist es, einen Blob im Freibad oder am Badesee zu mieten. Dabei ist ausreichendes Sicherheitsequipment Pflicht. Ohne Helm und Schwimmweste ist Blobbing strengstens untersagt. Auch ungeübte Blobber schießt es spielend fünf Meter in die Luft. Und jeder, der schon mal einen Bauchklatscher vom Einmeterbrett gemacht hat, weiß, dass das ganz schön zwiebelt.

Für Freunde von: Arschbomben, Jackass, R. Kelly

Federballfaktor: 0