Wegen des Korruptionsskandals bei der Fifa hat der Vatikan eine Spendenvereinbarung mit dem südamerikanischen Fußballverband Conmebol gestoppt. Das von Papst Franziskus ins Leben gerufene Bildungsprogramm Scholas Occurrentes werde erst wieder Geld annehmen, wenn die Ermittlungen Aufklärung gebracht hätten, hieß es in einer Mitteilung der Initiative. 

Die päpstliche Organisation hatte im April mit Conmebol ein Abkommen unterzeichnet, nachdem der Fußballverband für jedes Tor und jeden gehaltenen Elfmeter beim Turnier Copa América in Chile Scholas jeweils 10.000 Dollar spenden wollte. Bei der letzten Copa América wurden 72 Tore geschossen. Das südamerikanische Turnier der Ländermannschaften hat am Donnerstagabend in Santiago de Chile mit dem Spiel zwischen den Hausherren und Ecuador begonnen. Neben Conmebol war an der Vereinbarung der argentinische Fußballverband und der Sender Tele Red Imagen SA beteiligt, der die TV-Übertragungsrechte für das Turnier hält. 

In Paraguay, dem Hauptsitz von Conmebol, stimmte der Senat kurz vor der Ankündigung des Vatikans für eine Aufhebung der Immunität des Verbandes. Ein Gesetz schützte die Organisation in dem südamerikanischen Land bislang unter anderem vor Razzien durch Ermittlungsbehörden.

Der Fußballweltverband wird vom größten Korruptionsskandal seiner 111-jährigen Geschichte erschüttert. Die Schweizer Justizbehörden ermitteln rund um die Vergabe der Fußballweltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar wegen Verdachts auf kriminelle Misswirtschaft und Geldwäsche. Parallel dazu hat die US-Justiz gegen 14 Fußballfunktionäre Anklage wegen Korruption erhoben. Sieben von ihnen wurden bereits in Zürich festgenommen und müssen mit der Auslieferung rechnen.