In der WM-Affäre gibt es massive Zweifel an der Unabhängigkeit der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beauftragten externen Untersuchung. Zwischen einem engen Mitarbeiter von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und einem der leitenden Ermittler besteht offenbar eine private Verbindung. Nach Recherchen der ZEIT kennen sich der Leiter des DFB-Präsidialbüros, Friedrich Curtius, und der Partner der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, Christian Duve.

Der DFB hat bereits bestätigt, dass es diese Verbindung gibt. "Es ist korrekt, dass Dr. Friedrich Curtius und Prof. Dr. Christian Duve bis zum 30. Juni dieses Jahres gemeinsam im Vorstand des Rotary Clubs Frankfurt Skyline tätig gewesen sind."

Duve war tags zuvor vom DFB zitiert worden: "Wir legen großen Wert auf die Unabhängigkeit unserer Untersuchung." Dass es zwischen dem Büroleiter des unter Korruptionsverdacht stehenden DFB-Präsidenten und ihm eine private Verbindung gibt – davon war in der Pressemitteilung keine Rede. Ob das DFB-Präsidium informiert war, als es den Auftrag an die Kanzlei gab, darüber wollte der DFB gegenüber der ZEIT keine Auskunft geben. "Detailfragen" würden derzeit nicht beantwortet, erklärte ein Sprecher.

Seit wann sich Curtius und Duve kennen und ob sie über Rotary hinaus privaten Kontakt pflegen, mochten beide gegenüber der ZEIT nicht beantworten. Duve ließ über einen Pressesprecher lediglich verlauten, er sei "aus Zeitgründen" in dem Rotary Club "nur wenig aktiv".

Der DFB behauptet, zwischen der privaten Verbindung und dem Auftrag an Freshfields bestehe kein Zusammenhang. Die Kanzlei sei vom juristischen Berater des DFB, dem Anwalt Christian Schertz, empfohlen worden. Freshfields-Sprecher Jan Beßling beteuert, die Ermittlungen der Kanzlei würden "ohne Ansehen der Person" von mehreren Anwälten geführt. Die Bekanntschaft zwischen "einem der Partner" und einem Mitarbeiter des Präsidenten berühre die Aufklärung nicht.