Profiboxer Wladimir Klitschko ist zum ersten Mal seit neuneinhalb Jahren nicht mehr Weltmeister im Schwergewicht. Der 39 Jahre alte Ukrainer wurde überraschend von dem zwölf Jahre jüngeren Briten Tyson Fury besiegt. Er verlor damit die Titel der drei großen Welt-Boxverbände IBF, WBO und WBA. 

Vor rund 45.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena kassierte Klitschko, der als Favorit galt, nach zwölf Runden eine einstimmige Punktniederlage (112:115, 112:115, 111:116). "Tyson war so schnell. Ich habe nicht geglaubt, dass er das schafft. Ich konnte den richtigen Schlüssel einfach nicht finden", sagte Klitschko.

Klitschko, der vor dem Kampf auf eine über elfjährige Ära zurückblickte, in der er nicht bezwungen wurde, verlor seine 19. Titelverteidigung. Fury blieb auch in seinem 25. Kampf ungeschlagen, Klitschko verließ den Ring nach seinem 68. Profikampf zum vierten Mal als Geschlagener. "Da ist ein Traum wahr geworden. Sechs Monate habe ich mich darauf vorbereitet. Ich kann es kaum glauben", sagte Fury.

So gut wie keine klaren Treffer

In dem Duell versuchte der in der Reichweite überlegene Herausforderer den wesentlich erfahreneren Titelverteidiger vom ersten Gong an zu provozieren. Klitschko behielt jedoch die Ruhe und versuchte, das richtige Rezept zu finden, um Fury zu beeindrucken. Das gelang dem ab der fünften Runde von einem Cut unter dem linken Auge gezeichneten Ukrainer allerdings nicht.

Klare Treffer gab es so gut wie keine. Der unorthodox boxende Fury ließ sich den Stil seines Gegners nicht aufzwingen und punktete dank seiner Aktivität auf den Punktzetteln der Wertungsrichter. Klitschko blieb zu passiv. Erst in der Schlussrunde landete er einige klare Treffer, mit denen er Fury einigermaßen beeindrucken konnte. Die aber kamen zu spät.