Zentrale der Credit Suisse in Zürich © Arnd Wiegmann/Reuters

Schweizer Banken haben über Jahre Schmiergeld von Fifa-Funktionären gelagert. Ein Rechtshilfegesuch der US-Justiz an die Schweizer Ermittler zeigt, dass unter anderem Credit Suisse, UBS, Julius Bär und Pictet erhebliche Beträge für die Empfänger verwahrten. Teilweise fanden bis vor Kurzem noch Transaktionen statt, wie es in einem Bericht des Schweizer Senders SRF heißt. 

Im Fifa-Korruptionsskandal ermitteln amerikanische und Schweizer Justizbehörden gegen mehrere ehemalige Spitzenfunktionäre. Unter den in dem Rechtshilfeersuchen namentlich genannten Ex-Verantwortlichen findet sich unter anderem Nicolás Leoz. Der 87-Jährige war bis 2013 Präsident des südamerikanischen Fußballverbands Conmebol sowie Mitglied im Exekutiv-Komitee der Fifa. Leoz erhielt laut Rechtshilfegesuch noch im Oktober 2012 Geld von den Konten. Spätestens seit 2008 ist aktenkundig, dass Leoz zwischen 1997 und 2000 Schmiergeldern annahm. Bekannt wurde das laut dem Bericht im Zuge eines Strafprozesses gegen die Sportmarketing-Agentur International Sport and Leisure (ISL), die 2001 in Konkurs gegangen war.

Im ISL-Prozess sei auch bekannt geworden, dass Ricardo Teixera Schmiergeld entgegennahm. Von 1992 bis 2000 soll es ein zweistelliger Millionenbetrag gewesen sein. Der heute 68-Jährige war von 1994 bis 2012 Mitglied des Exekutivkomitees der Fifa und von 1989 bis 2012 Präsident des brasilianischen Fußballverbands.

Laut der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma müssen Schweizer Banken bei Geschäftsbeziehungen mit politisch herausragenden Personen "erhöhte Aufmerksamkeit" walten lassen. Zudem sind die Institute verpflichtet, außergewöhnliche Transaktionen zu prüfen. Konkret äußerten sich die Banken auf Anfrage nicht zu den Verdachtsmomenten. Einige bestätigten lediglich, mit der Justiz zusammenzuarbeiten.