Der gesperrte Fifa-Chef Joseph Blatter erhält trotz seiner Suspendierung weiter seine Bezüge als Präsident des Weltfußballverbands. Das sagte ein Sprecher der Audi- und Compliance-Kommission der Nachrichtenagentur Reuters. Blatter werde bis zur Wahl eines neuen Fifa-Präsidenten am 26. Februar weiter bezahlt.

Damit bekommt Blatter für fast fünf Monate Bezüge, in denen er nicht mehr sein Amt ausübt. Der Fifa-Chef war am 8. Oktober für 90 Tage wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert worden. Blatter soll im Februar 2011 treuwidrig zwei Millionen Schweizer Franken an den Uefa-Präsidenten Michel Platini gezahlt haben. Dafür wurden sie schließlich von der Ethikkommission der Fifa Ende Dezember für acht Jahre gesperrt. Seitdem führt Afrikas Fußballverbandschef Isa Hayatou kommissarisch die Geschäfte der Fifa. 

Nach Angaben der Ethikkommission konnten zwar die Bonuszahlungen an Blatter gestoppt werden, nicht aber seine regulären Bezüge. Das geht dem Sprecher zufolge aus seinem Vertrag als Fifa-Chef hervor.

Die Affäre um die Zahlung an Platini ist Teil des bislang größten Korruptionsskandals im Weltfußballverband. Der 79-jährige Blatter, der den Verband seit 17 Jahren führt, hatte sich nach umfangreichen Ermittlungen dieses Jahr widerwillig bereit erklärt, sein Amt als Fifa-Präsident abzugeben und im Februar einen Nachfolger wählen zu lassen. Platini, Mitglied im Fifa-Exekutiv-Komitee, wollte sich bewerben – was mit der Sperre aber vom Tisch ist. Die Schweizer Bundesanwaltschaft leitete ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung" ein.