Michel Platini verzichtet nun doch auf seine Kandidatur als Präsident des Weltverbandes Fifa. Das bestätigte der 60 Jahre alte Franzose der amerikanischen Nachrichtenagentur AP und der französischen Sportzeitung L'Équipe. Er ziehe seine Bewerbung um das Amt zurück, sagte der suspendierte Chef des europäischen Fußballverbandes Uefa. 

Er sei zwar entschlossen, die Aufhebung der von der Fifa gegen ihn verhängten Ämtersperre von acht Jahren zu erwirken, doch werde er dies nicht bis zum 26. Februar schaffen. An diesem Tag soll der neue Fifa-Präsident gewählt werden. Unmittelbar nach der Verhängung der Sperre im Dezember hatte Platini angekündigt, für seine Präsidentschaftskandidatur zu kämpfen. "Das Timing ist nicht gut für mich", sagte der Franzose nun. "Mir wurde keine Möglichkeit gegeben, das Spiel zu spielen. Bye bye Fifa."

Platini wollte Nachfolger von Fifa-Präsident Sepp Blatter werden. Beide wurden wegen Korruptionsvorwürfen von der Fifa-Ethikkommission im Oktober zunächst für 90 Tage und im Dezember schließlich für acht Jahre gesperrt. Gegen sie wird wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken im Jahr 2011 ermittelt. Platini und Blatter behaupten, es handele sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die Fifa aus den Jahren 1998 bis 2002. Blatter räumte lediglich ein, dass es ein Fehler gewesen sei, die Schulden der Fifa an Platini nicht in den Büchern zu vermerken.

Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission sieht dies anders. In einer schriftlichen Stellungnahme hatte es geheißen, "es gab keine rechtliche Basis für die Zahlung". 

Platini nannte das Verfahren gegen ihn eine Farce. "Mein Verhalten war immer einwandfrei, und ich bin mit meinem Gewissen im Reinen." Neben dem Sportgericht will er auch ein ziviles Gericht anrufen und Schadenersatz geltend machen.