Schwedens Johan Jakobsson in Aktion gegen Finn Lemke (l) und Hendrik Pekler (r) © Maciej Kulczynski/PAP

Dank einer starken zweiten Halbzeit haben die deutschen Handballer bei der EM in Polen ihren ersten Sieg gefeiert. Sie haben nun gute Chancen, die Hauptrunde zu erreichen. Die Mannschaft drehte nach einem klaren Rückstand die Partie gegen Schweden und gewann mit 27:26 (13:17). Überragende Akteure in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) waren Tobias Reichmann mit neun Treffern sowie Torhüter Andreas Wolff. Christian Dissinger sah in der 56. Minute wegen Foulspiels Rot.

Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch im Finale der Vorrundengruppe C gegen Slowenien könnte das DHB-Team mit zwei Punkten in die zweite Turnierphase gehen. Zum Weiterkommen reicht bereits ein Punkt.

Die deutsche Mannschaft hatte sich viel vorgenommen: Weniger Fehler wollte die Mannschaft fabrizieren, in der Abwehr enger zusammenstehen und die Torchancen konsequenter nutzen. Doch von der ersten Minute an ging das Konzept nur teilweise auf. Die DHB-Auswahl lief einem Rückstand hinterher, weil sie Johan Jakobsson von der SG Flensburg-Handewitt nicht in den Griff bekam. Nur dank der Nervenstärke von Tobias Reichmann von der Siebenmeterlinie konnte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach einem 4:7-Rückstand (8.) beim 10:10 (18.) wieder ausgleichen.

Dann aber passierte dem deutschen Team ein Malheur. In Unterzahl sollte Spielmacher Niclas Pieczkowski als "falscher Schlussmann" mit aufs Feld, damit wieder sechs Angreifer auf dem Parkett sind. Doch Pieczkowski und der richtige Torhüter Andreas Wolff liefen zugleich aufs Feld. Damit war ein Akteur zu viel im Spiel. Das ahndeten die Schiedsrichter mit einer weiteren Zwei-Minuten-Strafe.

Bittere Konsequenz für das deutsche Team: In doppelter Unterzahl geriet es mit 10:13 (22.) in den Rückstand und kassierte auch noch das 10:14 (23.). Dem Vier-Tore-Abstand lief die DHB-Auswahl bis zum 13:17 zur Pause vergeblich hinterher. Zudem verwarf kurz vor dem Pausensignal Reichmann im fünften Versuch seinen ersten Siebenmeter.

Mit der Erfahrung aus dem Spanien-Spiel, in dem die deutsche Mannschaft der zweiten Halbzeit eine starkes Spiel gemacht hatte, starteten Weinhold und Kollegen einmal mehr ihre Aufholjagd. Mit Elan, Dynamik und Angriffswucht sowie einer veränderten Abwehrformation und einem gut aufgelegten Torhüter Wolff setzten sie die Schweden unter Druck. Reichmann markierte mit seinem achten Tor das 18:18 (36.).

Kapitän Weinhold sorgte schließlich mit seinem Treffer zum 21:20 (42.) für die erste deutsche Führung im Spiel. Doch die Partie blieb auch danach spannend, weil die Schweden nie aufgaben und sich nach dem 23:21-Auftakterfolg gegen Slowenien bis zum Schluss gegen ihre erste Turnier-Niederlage stemmten.