Spaniens Joan Canellas blockt im EM-Gruppenspiel gegen Deutschland Steffen Fährt. © Czarek Sokolowski / dpa

Die deutschen Handballer haben ihr Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Polen gegen Spanien mit 29:32 (15:18) verloren. Vor rund 5.000 Zuschauern in Breslau kostete eine siebenminütige Schwächephase zwischen dem 10:10 (16.) und dem 11:18 (23.) die junge deutsche Mannschaft einen möglichen Punktgewinn gegen den zweimaligen Weltmeister. Beste deutsche Torschützen waren Christian Dissinger mit sechs und Tobias Reichmann mit fünf Treffern.

Die DHB-Auswahl begann stark und lag vom 1:0 (1.) bis zum 6:4 (6.) vorn. Die Spanier nahmen eine Auszeit und drehten die Partie. Die deutsche Mannschaft aber war vom 6:7 (9.) unbeeindruckt und übernahm mit 9:7 (12.) wieder die Führung.

Danach riss der Spielfaden, im Angriff gingen die Bälle reihenweise verloren. Es fehlte an Präzision beim Torwurf und bei den Abspielen. Ein ums andere Mal wurde das mit knapp 25 Jahren mit Abstand jünsgte Team ausgekontert. Obendrein bekamen die Torhüter Carsten Lichtlein und zunächst auch der für ihn eingewechselte Andreas Wolff im Gegensatz zu Spaniens Arpad Sterbik keinen Ball zu fassen. Nach 24 Minuten lief die DHB-Auswahl einem hoffnungslos scheinenden 11:18 hinterher.

DHB-Team kann Überzahl nicht nutzen

Kurz vor der Pause kam das deutsche Team nocheinmal heran: Erst verkürzte der WM-Siebte auf 15:18 (30.), dann kassierten die Spanier binnen weniger Sekunden zwei Zeitstrafen, und zusätzlich sah Jorge Maqueda Rot wegen grober Unsportlichkeit. Der Rückraumspieler warf dem deutschen Kapitän Weinhold einen Freiwurf aus Nahdistanz direkt ins Gesicht.

Allerdings konnte das DHB-Team die Überzahl zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht nutzen. Die routinierten Spanier wehrten auch dank Sterbik immer wieder die deutschen Bemühungen ab, wenigstens noch ein Unentscheiden zu erreichen und einen Punkt zu gewinnen.  

"Ich ärgere mich über die Niederlage. Wir hätten vielleicht etwas holen können, aber es war nicht unser Tag. Wir haben gut gekämpft, gut gespielt. Es fehlten Kleinigkeiten", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson und beschwerte sich über die Schiedsrichter: "Wenn man sieht wie Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen getroffen wurden, dann muss man sagen, dass Spanien einen kleinen Bonus hatte."

Nach einem spielfreien Tag ist am Montag Schweden der nächste Gegner. Mit einem Sieg hätte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gute Chancen auf das Erreichen der Hauptrunde.