Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft in Polen Russland mit 30:29 (17:16) geschlagen. Nach dem zweiten Sieg im zweiten Hauptrundenspiel hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nun sechs Punkte und damit weiterhin Chancen auf den Einzug ins Halbfinale. Für die junge deutsche Mannschaft war es bereits der vierte Sieg in Folge gegen Russland.

Nun kommt es am Mittwoch (18.15 Uhr/ARD) zum Endspiel gegen den Titelanwärter Dänemark um den Einzug in die Medaillenrunde.

Vor rund 6.200 Zuschauern lieferte das DHB-Team ein Spiel mit vielen Höhen und Tiefen. Beste deutsche Werfer waren Christian Dissinger mit sieben und Erik Schmidt mit sechs Toren. Die deutsche Mannschaft spielte zunächst fahrig und in der Abwehr nicht konsequent genug. Nach Fehlwürfen und ungenauen Ballwechseln musste der WM-Siebte einem 4:7-Rückstand (8.) hinterherlaufen. Stück für Stück holte das deutsche Team die drei Tore auf und ging beim 11:10 (21.) erstmals in Führung.

Knappe Halbzeitführung

Weil die Russen aber vor allem über ihre Kreisspieler gefährlich blieben und zu Toren kamen, konnte sich das deutsche Team nicht absetzen. Immer wieder musste es den Ausgleich hinnehmen, sicherte sich aber eine 17:16-Pausenführung. "Wir haben nicht optimal gespielt und führen trotzdem. Jetzt kommen wir anders aus der Kabine raus und holen uns die zwei Punkte", sagte Torhüter Andreas Wolff zur Pause.

Die Kampfansage setzte die deutsche Mannschaft in beeindruckender Weise um. Mit zwei schnellen Toren erhöhten Steffen Fäth und Steffen Weinhold auf 19:16 (33.). Zwar schmolz der Vorsprung in Unterzahl auf 19:18 (36.). Doch mit drei Treffern nacheinander sorgten der wurfgewaltige Christian Dissinger und sein Kieler Club-Kollege Rune Dahmke für das 23:19 (40.) und die erste Vier-Tore-Führung.

Carsten Lichtlein, der in der 23. Minute für Wolff ins Tor gekommen war, zeigte seine beste EM-Leistung und entschärfte zahlreiche Würfe. Zudem steigerte sich die Abwehr um den 2,10-Meter-Hünen Finn Lemke. Mit dem schönsten Tor des Tages erzielte Kreisläufer Erik Schmidt das 25:20 (44.), indem er unter Bedrängnis mit einem Rückhandwurf über die Schulter traf. Doch der Vorsprung war beim 26:26 (52.) dahin und das DHB-Team musste zum Ende zittern. Kurz vor Schluss musste Kapitän Steffen Weinhold verletzt vom Platz.