Ein Team aus fünf bis zehn Flüchtlingen soll bei den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien als eigene Mannschaft antreten. "Das IOC hat entschieden, die bestqualifizierten Flüchtlingsathleten zu den Olympischen Spielen in Rio einzuladen", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, beim Besuch eines Flüchtlingslagers in Griechenland.

Jene Athleten, die aus ihrer Heimat geflohen sind und bei den Olympischen Spielen nicht mehr unter ihrer Flagge antreten können, sollen bei der Eröffnungszeremonie unter der Olympischen Flagge ins Stadion im brasilianischen Rio de Janeiro laufen. Die Olympische Hymne soll ihre Nationalhymne sein.

Bach kündigte zudem an, dass unter den Fackelläufern, die das olympische Feuer von Griechenland nach Brasilien tragen werden, ein Flüchtling sein wird. "Die Fackel wird auch Station in diesem Flüchtlingslager hier in Athen machen", sagte der IOC-Chef. 

Mehrere geflohene Sportler schon ausgesucht

Mit der Integration in die Olympischen Spiele will das Komitee Solidarität mit den Flüchtlingen demonstrieren. "Wir wollen den Flüchtlingen eine Botschaft der Hoffnung und der Zuversicht senden", sagte Bach. Es solle "die Aufmerksamkeit der Welt auf das Schicksal der 60 Millionen Flüchtlinge weltweit" gelenkt werden.

Bereits im Dezember hatte das IOC drei Flüchtlinge ausgemacht, die für die Olympischen Spiele qualifiziert sein könnten. Es handelt sich um einen syrischen Schwimmer in Deutschland, einen kongolesischen Judoka in Brasilien und einen iranischen Taekwondo-Athleten in Belgien. In Griechenland notierte sich Bach zudem die Daten eines Iraners, der angab, einen Meistertitel im Schießen zu halten.

In Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR setzt sich das IOC dafür ein, Flüchtlingslager mit Sportmöglichkeiten auszustatten. Dazu hatte das Komitee im vergangenen Herbst einen Fonds in Höhe von 2 Millionen US-Dollar (1,83 Millionen Euro) aufgelegt.