Zidane ist jetzt Übungsleiter. © Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

Begonnen hat alles mit Stanley Matthews. 1956 bekam der Engländer den Premieren-Ballon-d’Or verliehen, den ersten Preis für den Fußballer des Jahres, der später in der Auszeichnung zum Weltfußballer aufging. Matthews, der durch den nach ihm benannten Trick berühmt wurde, bei dem er mit dem Ball am Fuß auf den Gegenspieler zulief, links antäuschte und rechts vorbeiging, oder umgekehrt, wurde 1965 zum Ritter geschlagen. Im selben Jahr wurde er Trainer. Nach drei erfolglosen Jahren beim FC Port Vale in England ging Matthews 1970 nach Malta, zu den Hibernians Paola. Auch dort ohne Erfolg, dafür spielte er manchmal noch selbst mit, bis er 55 Jahre und damit selbst für ein Zirkuspferd zu alt wurde.

Es ist unwahrscheinlich, dass Zinédine Zidane selbst noch einmal die Schuhe schnürt, dafür ist sein Verein Real Madrid spielertechnisch zu gut aufgestellt. Es gibt aber nicht wenige, die sich das wünschen würden. Eigentlich kann man ja gar nicht genug Hymnen auf diesen Mann schreiben. Gab es je einen Fußballer, der eleganter seinen Beruf ausübte als Zinédine Zidane?

"Er bewegte sich durch den Tumult des modernen Mittelfeldspiels mit der Souveränität eines Königs, die seine Gegen- und Mitspieler stets hektisch aussehen ließ", wurde einmal über ihn geschrieben. Sätze wie diese, meist formuliert von begeisterten Nichtsportjournalisten, findet man überall. Für einen Kinofilm begleiteten ihn einmal 17 Kameras während der 90 Minuten auf dem Platz. Zidane war einer der größten Fußballkünstler und wahrscheinlich der letzte echte, seinen Nachfolgern Messi und Ronaldo fehlt die Anmut. Der eine zu zappelig, der andere zu galoppierend. Selbst Zidanes Kopfstoß im WM-Finale 2006, für den man jeden anderen Fußballer geächtet hätte, nahm ihm am Ende niemand übel, weil er etwas stilvoll Vollendetes hatte.

Jetzt wird er also Trainer von Real Madrid. Dass sich Eleganz und Trainertätigkeit nicht ausschließen, beweist Pep Guardiola. Auch Zidane kam im modischen blauen Jackett und weißem Hemd zu seiner Vorstellung, the dressy one also. Doch was die Fans von Real Madrid am meisten interessieren wird, ist die Frage, was Zinédine Zidane als Trainer kann. Also: Können große Fußballer auch große Trainer sein?

Als Trainer ein Totalausfall

Ein Blick auf die Liste der ausgezeichneten Fußballer lässt erahnen, dass man die Frage getrost verneinen kann. Es dominiert das Modell Matthews. Mehr als die Hälfte aller Fußballer des Jahres wechselten nach ihrer Karriere auf die Trainerbank. Doch nur die Wenigsten waren auch nur annähernd so erfolgreich wie auf dem Rasen.

Viele waren als Trainer ein Totalausfall. Bobby Charlton zum Beispiel (Fußballer des Jahres 1966) stieg als Spielertrainer mit Preston North End aus der zweiten englischen Liga ab. Danach betrieb er vor allem Fußballschulen in aller Welt und ist mittlerweile der Grüßonkel seines alten Clubs Manchester United. Auch Michel Platini, immerhin dreifach ausgezeichnet (1983-1985), versuchte sich kurz als Trainer. Vier Jahre lang betreute er die französische Nationalelf. Seine Bilanz: die Nichtqualifikation für die WM 1990, das Aus in der EM-Vorrunde 1992. Auch als Funktionär machte Platini zuletzt eine unglückliche Figur. Um es vorsichtig zu formulieren.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Geschichte von Christo Stoitschkow (1994). Nachdem er drei Jahre lang leidlich erfolgreich die bulgarische Nationalelf betreute, arbeitete er ein halbes Jahr bei Celta Vigo in Spanien, wollte danach eigentlich in den Iran, was er sich aber wieder anders überlegte, trainierte dann ein südafrikanisches Team, das ihn nach nicht einmal einem Jahr wieder entließ. 2013 versuchte er es noch einmal bei ZSKA Sofia, nach einem Monat warf er hin.