Wer spielt wann gegen wen?

Hamburger SV – FC Bayern (Freitag, 20.30 Uhr)
1. FC Köln – VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr)
Hannover 96 – SV Darmstadt 98
Hertha BSC – FC Augsburg
TSG Hoffenheim – Bayer Leverkusen
FC Ingolstadt – FSV Mainz 05
Borussia M'gladbach – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr)
Schalke 04 – Werder Bremen (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Keines natürlich, zu lang war die Winterpause, diese immerhin 33 Tage voller Methadon. Besonders verlockend: das Borussenduell, Gladbach gegen Dortmund, Vierter gegen Zweiter. Vor allem, weil dort der letzte Bundesligakicker aufläuft, der den Kampf um die Meisterschaft noch nicht aufgegeben hat. Pierre-Emerick Aubameyang, der Mann, der sich so penetrant als Bat- und Spiderman verkleidet, dass man sofort den Kammerjäger rufen möchte. Der Superhero hat in der Hinrunde 18 Tore gemacht und deshalb Oberwasser. "Wir werden sicher nicht kampflos aufgeben, es ist noch nicht endgültig vorbei", sagte er in der Winterpause, nur um mit seinen Meisterschaftsambitionen später vom Trainer ("Diesen Rucksack werden wir uns nicht aufsetzen") und Geschäftsführer ("Was soll das?") zurückgepfiffen zu werden. Acht Punkte Rückstand hat der BVB auf die Bayern. Obwohl es schwer zu glauben ist, eine Mannschaft, die beim Hamburger SV verliert, könne um die Meisterschaft mitspielen, geht ja vielleicht doch noch was. Die Bayern nahmen sich in den vergangenen Jahren in der Rückrunde gerne mal eine Auszeit. Weil sie sich (letztlich eher erfolglos) auf die Champions League konzentrierten und weil sie auch schon so früh Meister waren, dass sie es sich leisten konnten. In der Winterpause verloren die Bayern übrigens ihr einziges Testspiel, beim Karlsruher SC, einem Zweitligisten. "Ich weiß nicht, wie die Situation der Mannschaft ist", sagte Pep Guardiola. Woher sollen wir es dann wissen?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Kevin Großkreutz hat zumindest die komplette Hinrunde verpasst. Er saß in Istanbul fest und wunderte sich, dass die Döner in Beyoğlu anders fliegen als die im Pott. Deshalb packte er seine Sachen und heuerte nun beim VfB Stuttgart an. Den Bundestrainer Joachim Löw veranlasste die Flucht aus der Türkei zu einer für den sanften Badener ungewohnt harten öffentlichen Abwatsche. "Ich habe nur begrenzt Verständnis dafür, wie er mit seiner Karriere umgegangen ist", sagte Löw. Zuletzt wurde Marcel Schmelzer derart verhauen, man könnte meinen, Joachim Löw habe etwas gegen fußballerisch limitierte BVB-Kicker. Großkreutz jedenfalls strullert zwar gerne mal in eine Lobby, beim Bundestrainer aber hat er keine. Das frustriert, genauso wie die Sportschlagzeile des Jahres, die die Bild deshalb schon im Januar raushaute: "Jogi-Frust bei unserem Weltmeister: Großkreutz wirft nach Foul mit Gras". Für Heiterkeit sorgte auch Kevins Cousin Marcel, der bei einem Hallenturnier in einen Zweikampf mit Loriot verwickelt wurde.


Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Vielleicht ja endlich über Uli Hoeneß. Die Nachricht, dass er schon Ende Februar freikommt, blieb auffällig unkommentiert. Hat jemand Hoeneß gesagt? Nun gab es um diesen Mann schon genug Wirbel und das Recht auf Resozialisierung gilt auch für ihn. Dem steht aber nicht entgegen, dass man durchaus der Meinung sein kann, der Fall Hoeneß zeige, vor dem Gesetz seien eben doch nicht alle gleich. Die Strafe schon nach der Hälfte zur Bewährung auszusetzen, ist die absolute Ausnahme, normalerweise darf ein nicht vorbestrafter Ersttäter erst nach zwei Dritteln der Zeit raus. Die Staatsanwaltschaft München hatte sich ausdrücklich gegen eine derart frühe Entlassung gewehrt. Das Landgericht Augsburg aber entschied anders, es sah Hoeneß als Musterhäftling, was es in zauberhaften Juristensätzen formulierte: "Unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Verurteilten, seines Vorlebens, der Umstände seiner Tat, des Gewichts des bei einem Rückfall bedrohten Rechtsgutes, seines Verhaltens im Vollzug, seiner Lebensverhältnisse und der Wirkungen, die von der Aussetzung für ihn zu erwarten sind, hat die Kammer entschieden, dass es verantwortet werden kann zu erproben, ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird."

Ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird, weiß niemand. Es ist nicht mal klar, wen oder was Hoeneß nach seiner Entlassung führen wird. Vielleicht nur einen neuen Hund um den Tegernsee (der alte Hund Kuno ist gestorben, als Hoeneß im Gefängnis saß). Vielleicht will er es aber noch einmal wissen. Die Bayernfans jedenfalls haben schon eine Onlinepetition ins Leben gerufen, für sie gehört Hoeneß auf den Präsidentenstuhl. Und weil der jetzige Präsident Karl Hopfner wohl eher im 1860-Trikot durch Giesing flitzen würde, als gegen Uli Hoeneß kampfzukandidieren, liegt es nur an Hoeneß selbst. Will er oder will er nicht? Oder vielmehr: Kann der Löwe (sorry, Bayernfans) noch beißen oder ist er im Gefängnis zu einem zahnlosen Tiger (sorry, Phrasenschwein) geworden?