Wer spielt wann gegen wen?

Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr)
Eintracht Frankfurt – VfB Stuttgart
Hertha BSC – Borussia Dortmund
FC Ingolstadt – FC Augsburg
Hannover 96 – FSV Mainz 05
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg (alle Samstag, 15.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)
Hamburger SV – 1. FC Köln (Sonntag, 15.30 Uhr)
TSG Hoffenheim – SV Darmstadt 98 (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

So einige. Vor allem Leverkusen gegen München, das Topspiel. Das wird spannend, denn siehe da, die allwissende ZEIT-ONLINE-Datenbank spuckt aus: Von den letzten fünf Spielen in Leverkusen konnten die Bayern nur eins gewinnen. Den Bayern gehen zudem langsam die Defensiven aus, selbst der Neue Serdar Taşçı verletzte sich gleich im Training, als wollte er zeigen, dass er das Zeug zum Bayern-Verteidiger hat. Gute Gelegenheit für den Mexikaner Chicharito, seinen 21 Toren weitere folgen zu lassen.

Über das Spiel redet man allerdings zurzeit weniger in München. Pep Guardiola, der seinen Spielern die Trennung offenbar nicht erklärt hat, sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass er bei den Transfergesprächen seines Arbeitgebers über Kevin De Bruyne im vorigen Sommer gedanklich schon in Manchester war. Es gibt offenbar Disziplinprobleme in der Mannschaft, vor allem der chilenische Rambo Arturo Vidal soll sich schwertun mit asketischem Lebensstil. Als wäre das alles nicht genug für Pep, springt ihm auch noch Matthias Sammer zur Seite. Und am Freitag gab Guardiola den Medienkritiker. "Es gibt wichtige Zeitungen hier, die mir bislang nicht einmal Fragen zum Sport gestellt haben", sagte er auf der Pressekonferenz am Freitag. "Ich liebe es, über Taktik zu sprechen – Dreierkette, Viererkette und so weiter. Ich muss aber oft über andere Dinge sprechen." Das wird sich zu seinem Glück ja bald ändern, Guardiola darf sich auf die Fragen der Sun und der Daily Mail freuen, Fachblätter für moderne Fußballanalytik. Und wir können froh sein, bei seiner Presseschelte davongekommen zu sein. Wir haben die PK geschwänzt. Wir hätten Guardiola gerne gefragt, ob er sich auf den neuen Schweiger-Tatort freut, und was er von den Reformen bei Germany's Next Topmodel hält.

Außerdem möchte der Hertha-Trainer Pál Dárdai gegen den BVB an seinem Einjährigen zeigen, dass er als Tabellendritter auch eine große Mannschaft schlagen kann. Und nach Schalke kommt Julian Draxler, der inzwischen für Wolfsburg rumschlendert. Die Schalker Raudis werden ihn bei seiner Heimkehr spüren und hören lassen, was sie von ihm halten. Doch die harten Jungs vom Wölfi-Club haben schon gedroht, ihren Neuen nicht alleine zu lassen.

Was für ein Bundesliga-Spieltag! Es spielen sechs der besten sieben Teams gegeneinander. Genug also mit Handball und Tennis, mit Rodeln und Jodeln. Zurück zum Wesentlichen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Bayern-Derby Ingolstadt gegen Augsburg. Der FCI litt zuletzt unter der in Deutschland gepflegten Rechtstradition "im Zweifel gegen die Kleinen". Und beim FCA passiert auf dem Platz auch nicht gerade Erwärmendes. Die letzten Ergebnisse: 0:0, 0:0, 1:0, 2:1, 1:0, 0:0. Macht in sechs Spielen ein 4:1. Das wird auch Markus Weinzierl zu boring. Er will, was man so hört, demnächst seinen Sportlehrercharme in Gladbach, Schalke oder Leipzig versprühen. Offenbar hat Weinzierl den Eindruck, dass er in Augsburg keinen Schritt mehr vorankommt.


Wer steht im Blickpunkt?

Chinas Staatspräsident. Xi Jinping hat es zwar weniger mit kritischen Bloggern und Journalisten, aber er ist seit Neuestem großer Fußballfan. China soll Weltmeister werden, also investieren die Clubs, die meist staatlichen Firmen gehören. Und der alte Markt schaut in die Röhre. Jürgen Klopp hätte Alex Teixeira gerne genommen, doch der Brasilianer von Schachtjor Donezk zog das Angebot von Jiangsu Suning vor. Umgerechnet 50 Millionen Euro zahlte der chinesische Erstligist, das war bedeutend mehr, als Liverpool geboten hatte. Und das ist asiatischer Rekord. Den brach China nun zum dritten Mal in zehn Tagen. Zuvor wechselte der Kolumbianer Jackson Martínez, der bei der WM in Brasilien und voriges Jahr im Champions-League-Viertelfinale für Porto gegen die Bayern je zwei Tore schoss, für 42 Millionen Euro von Atlético Madrid zu Guangzhou Evergrande. Der Brasilianer Ramires ließ sich für 32 Millionen von Chelsea weglocken.

Auch die Bundesliga ist betroffen. Renato Augusto, der mal für Leverkusen spielte, wollte eigentlich nach Schalke, wechselt nun jedoch zu Beijing Guoan. An Alexander Meier und Adrián Ramos baggern andere chinesische Clubs. Ottmar Hitzfeld wollten sie auch mit Yuan zuschütten. Selbst die zweite chinesische Liga gab in der Winterpause mehr aus als die Bundesliga. "Ich glaube, dass es im Sommer eine Riesenabwanderung geben wird", sagt Augsburgs Präsident. Vielleicht geht es ja noch schneller. Chinas Vereine dürfen nämlich bis zum 26. Februar Spieler kaufen. Das Neue an der Entwicklung: Auch früher gingen Fußballer nach China, die meisten jedoch am Ende ihrer Karriere. Die Spieler, die heute chinesische Luft bevorzugen, stehen meist im besten Fußballalter. Sie nehmen es in Kauf, in einer zweitklassigen Liga zu kicken. Gegen diese neureichen Chinesen können die Deutschen vielleicht bald nicht mehr mithalten, und selbst die Engländer wirken plötzlich knauserig.