Robert Huth beim Sieg gegen Manchester City ©  Jason Cairnduff/Reuters

Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 5:1
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 3:0
Hertha BSC – Borussia Dortmund 0:0
Eintracht Frankfurt – VfB Stuttgart 2:4
Hannover 96 – FSV Mainz 05 0:1
FC Ingolstadt – FC Augsburg 2:1
Bayer Leverkusen – Bayern München 0:0
Hamburger SV – 1. FC Köln 1:1
TSG Hoffenheim – SV Darmstadt 98 0:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Stuttgart. Unter Alexander Zorniger sprangen die Stuttgarter wie Butch Cassidy und Sundance Kid alias Paul Newman und Robert Redford in die Kugeln. Das Ende des Films ist legendär, die zwei Banditen, wie der Film auf Deutsch heißt, stürzen sich todesmutig aus dem vom Militär umstellten Versteck.


Jürgen Kramnys Strategie ist nicht ganz so unterhaltsam, aber bringt ein paar mehr Punkte. So lässt er mit Abwehr spielen. Georg Niedermeier, der zuvor auf der Bank saß, ist nun Chef hinten. Er gewinnt Zweikämpfe und schießt sogar Tore, wie in Frankfurt. Das 4:2 war der vierte Stuttgarter Erfolg nacheinander. Nach dem Anschlusstor der Eintracht wackelte es zwar ein bissle, "da sind wir wieder ein bisschen in den alten Wildwestfußball reingerutscht", wie der Kapitän Gentner sagte. Doch unter der Verlegenheitslösung Kramny, der als Amateurtrainer vor einem Jahr entlassen werden sollte, schaut der VfB plötzlich wieder nach oben. In Schwaben nennt man ihn den "Anti-Zorniger", ein viel größeres Kompliment dürfte es dort zurzeit nicht geben. Die nächsten Gegner des VfB sind Hertha, Schalke und morgen, am Dienstag, im Pokal, Dortmund. Inzwischen dürfen sich der VfB und der Neue, Kevin Großkreutz, Chancen gegen dessen Ex-Club ausrechnen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die Spitzenspiele Leverkusen gegen München und Berlin gegen Dortmund. Sie litten unter einer Art Sturmtief. Kein Tor, kaum mal ein Schuss. Das alles war so mau, dass sogar der Kicker am Montag mit dem Super Bowl aufmachte. In Berlin unterdrückte sich José Mourinho ein Gähnen. Dem BVB gelang im Angriff nichts, Herthas Konter versandeten in der Brandenburger Steppe. Leverkusen hatten gar Fernsehteams aus Mexiko und China gefunden. Doch viele Fans dürfte die Bundesliga dadurch nicht hinzugewonnen haben. Die Bayern bereiten einem zurzeit eh wenig Spaß. Erst als Arturo Vidal gegen Thiago ausgewechselt wurde, auch Thomas Müller kam, passierte etwas in Leverkusens Strafraum. Der teure Chilene, kein Wunschtransfer des Trainers, sondern des Managements, ist eher der Kämpfer, nicht der Spieler. Mit Passen und Kombinieren tut er sich schwer. In den ersten beiden Spielen der Hinrunde setzte ihn Pep Guardiola auf die Bank. Nun ließ er ihn ran und alle konnten sehen, dass das mit ihm nicht passt. Wäre es nicht völlig abwegig, könnte man fast meinen, dass der genervte Guardiola genau dies allen zeigen wollte.

Wer stand im Blickpunkt?

Robert Huth, der in einer lange vergangenen Epoche mal für Deutschland verteidigte. Er sieht aus wie eine antike Büste, mehr so der Typ Spartaner. Manchmal bewegt er so ähnlich seine Hüften. Alt sind auch seine Verteidigertugenden: hart gegen sich und andere, schnell am Boden, schnell wieder oben, Gespür für Gefahr. Landet der Ball vor seinen Ambossen, die er statt Füßen am unteren Ende seiner Beine trägt, haut er ihn wie ein Tipp-Kick-Männchen nach vorne. Man liest ja immer öfter, dass Abwehrspieler die Spielmacher des modernen Fußballs sein sollen. An Huth ist dieser Trend vorbeigegangen. Sein Team, Leicester City, ist gemessen an englischen Verhältnissen beim Discounter zusammengekauft. Am Samstag gewann es das Spitzenspiel in Manchester City 3:1 und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten der Premier League. Huth schoss zwei Tore.