Wer spielt wann gegen wen?

FC Köln – Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr)
VfB Stuttgart – Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV – Ingolstadt 04
VfL Wolfsburg – FC Bayern München
Werder Bremen – Darmstadt 98
FC Augsburg – Borussia M’gladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)
FSV Mainz 05 – Bayer Leverkusen (Sonntag, 17.30 Uhr)
Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim
Eintracht Frankfurt – Schalke 04 (Sonntag, 19.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Das der TSG Hoffenheim beim BVB, weil wegen Kevin Kurányi die deutsche Fußballgeschichte umgeschrieben werden muss. Kurányi hat bislang 111 Bundesligatore geschossen, liegt damit in der Liste der noch aktiven Spieler mit den meisten Toren auf Platz 4, hinter Claudio Pizarro, Stefan Kießling und Robert Lewandowski. Trotzdem wurde Kurányi immer belächelt, weil er zärtlich lispelt, einen lustigen Bart trägt und dann doch nicht so gut war, um etwa in der Nationalelf eine entscheidende Rolle zu spielen. So weit ist alles bekannt. 2008 kam es zum Eklat, Kurányi floh bei einem Länderspiel in der Halbzeitpause von der Tribüne, Joachim Löw schmiss ihn aus dem Kader, Kurányi spielte nie wieder für Deutschland. Nun kommt raus, was damals wirklich passierte. Die Dortmunder Fans sind Schuld daran, dass Kurányi keine Heldentaten im Schland-Trikot mehr vollbringen konnte. "Schon auf dem Weg zu meinem Sitzplatz wurde ich mit Bierbechern, Papierkugeln und Feuerzeugen beworfen und auf das Übelste beschimpft. Und in den ersten 45 Minuten blieb das so", erzählte Kevin Kurányi nun dem Focus, er vermutet, weil er damals für Schalke, den Dortmunder Rivalen, spielte. Wie viel Verständnis das Dortmunder Publikum am Sonntag für die Enthüllung hat, bleibt abzuwarten. Immerhin ist Kurányi gut geschützt. Die Ersatzbank, auf der er quasi schon die ganze Saison sitzt, ist überdacht.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Leverkusen. Wir müssen drei Wochen lang auf einen Hauptdarsteller der Bundesliga verzichten. Am vorigen Sonntag zeigte sich Roger Schmidt im Duell mit Felix Zwayer von seiner besten Seite. Zumindest wenn er weiter an seinem Ziel arbeiten sollte, der nächste Bond-Bösewicht zu werden. Der DFB sah das etwas anders und sperrte den Trainer mit der diabolischen Miene und den herrischen Zeigefingern für drei Spiele plus zwei auf Bewährung. 20.000 Euro muss er auch noch latzen. Jürgen Klopp wurde übrigens in seiner Bundesliga-Zeit sechs Mal auf die Tribüne geschickt und wurde nie gesperrt. Pep Guardiola darf sogar ungesühnt anfassen. Schmidt akzeptierte die Strafe. Doch liegt es an unserer Boshaftigkeit oder an irgendeinem Zug in seinen Mundwinkeln, dass wir leichte Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Reue hegen? Die Unterstellung, Zwayer habe einen Elfmeter für Leverkusen absichtlich übersehen, hat er jedenfalls nicht zurückgenommen.


Wer steht im Blickpunkt?

Die Schiedsrichter. Das harte Urteil gegen Roger Schmidt hat eine politische Wirkung. Es wird als Solidarität mit den Schiris verstanden. Viele Journalisten, Fans und Twitterer stimmten ein. Solidarität mit den Schiris, die oft die ärmsten Schweine sind, finden eigentlich alle gut. Doch skeptischer waren einige Schiedsrichter selbst. Die fragten sich – fernab der Öffentlichkeit, um nicht als Nestbeschmutzer zu gelten – nämlich, ob nicht auch Felix Zwayer durch sein Verhalten zur Eskalation beigetragen hat. Einige hätten die Sache wohl anders gelöst. Und sie fürchten, dass die Distanz zwischen ihnen und den Trainern und Vereinen weiter wachsen wird, dass sich Trainer mit Schmidt solidarisieren. Bei allem, was sie durch ihre verschiedenen Rollen trennt, verstehen viele Schiris ihren Job als ein Miteinander zwischen ihnen und den Vereinen. Thomas Schaaf sagte nun der Syker Kreiszeitung: "Es ist ein Hammer, dass mein Trainerkollege gesperrt wird und eine Geldstrafe bekommt, ohne in der Situation die Chance gehabt zu haben, eine Klärung mit dem Schiedsrichter herbeizuführen. Da ist nicht immer das Verständnis auf der anderen Seite da. Wir haben oft das Gespräch gesucht, aber keine Besserung erzielt." Bruno Labbadia stimmte in die Kritik ein, aus anderen Vereinen hört man Ähnliches. Zusätzlichen Unmut entfachte eine Schiri-Umfrage der Bild-Zeitung über die nervigsten Trainer. Überraschenderweise landete Markus Weinzierl auf Rang 1, weil er so ironisch sei. Bei dieser Umfrage haben zwar nur ein paar Schiris mitgemacht, aber das stand da nicht. Jetzt halten es manche in der Bundesliga für richtig, mal die Frage zu stellen: Wer ist eigentlich der arroganteste Schiedsrichter?