Franz Beckenbauer © Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Der Fußball-Weltverband Fifa hat Franz Beckenbauer wegen fehlender Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergaben 2018 und 2022 verwarnt und zu einer Geldstrafe von 7.000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 6.350 Euro) verurteilt. Das teilte die Ethikkommission der Fifa mit und wies darauf hin, dass in diesem Fall nicht hinsichtlich der Vergabe der WM 2006 an Deutschland untersucht wurde. 

Das frühere Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees habe "trotz wiederholter entsprechender Aufforderungen" nicht an einer Untersuchung der Ethikkommission zu den Vorwürfen rund um die umstrittenen Vergaben der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar mitgewirkt, hieß es in einer Stellungnahme der Fifa. Beckenbauer habe "gegen die allgemeinen Verhaltenspflichten, die für Fußballfunktionäre bei Untersuchungen gelten", verstoßen. 

Die Fifa wird derzeit von dem größten Skandal seiner mehr als hundertjährigen Geschichte erschüttert. Die USA haben Anklage gegen mehrere Fifa-Funktionäre erhoben. Ihnen wird organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Betrug im Zuge millionenschwerer systematischer Bestechungen zur Last gelegt. Auch der Deutsche Fußball-Bund hatte Ungereimtheiten rund um eine Millionenzahlung an die Fifa eingeräumt. Beckenbauer hatte Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland vehement zurückgewiesen.

Im Juni 2014 war Beckenbauer von der Fifa provisorisch für 90 Tage gesperrt worden und reiste deshalb nicht zur WM nach Brasilien.

Fußball - Platini vor FIFA-Berufungskommission Der suspendierten Uefa-Präsidenten Michel Platini kämpft vor der Berufungskommission gegen seine Acht-Jahres-Sperre. Grund für die Sperre ist eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken aus dem Jahr 2011 von der FIFA an Platini.