Schiedsrichter Dr. Jochen Drees zeigt Konstantin Rausch von SV Darmstadt 98 die Karte. © Matthias Hangst//Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 2:1
Werder Bremen – TSG Hoffenheim 1:1
Borussia Dortmund – Hannover 96 1:0
VfB Stuttgart – Hertha BSC 2:0
SV Darmstadt 98 – Bayer Leverkusen 1:2
VfL Wolfsburg – FC Ingolstadt 2:0
1. FC Köln – Eintracht Frankfurt 3:1
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach 3:2
FC Augsburg – FC Bayern München 1:3

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Augsburg gegen München. Die Bayern gewannen problemlos, und das mit einer Viererkette, in der kein einziger Spieler größer als 1,80 Meter ist. In der Zentrale verteidigten Joshua Kimmich und David Alaba, die was anderes gelernt haben, als den letzten, entscheidenden Zweikampf zu führen. Dem Meister sind die Innenverteidiger ausgegangen. Doch Pep Guardiola könnte Wassereimer hinten reinstellen und es würde klappen, zumindest in der Bundesliga. Der Mann macht aus Exkrementen Süßigkeiten. Die Bayern freuten sich auch deswegen so über ihren Sieg, weil sie von der erneuten Verletzung Holger Badstubers einen Tag zuvor so getroffen wurden. Der Arme hat sich einen Knöchelbruch zugezogen, musste sich wieder operieren lassen. Seitdem er sich vor mehr als drei Jahren das Kreuzband riss, kommt er kaum wieder auf die Beine. Er verpasste das Triple der Bayern, den WM-Titel mit der Nationalelf. Seit November war er wieder dabei. Man sah in den letzten Spielen, er hatte noch so viel Übersicht wie früher, seine langen Diagonalpässe landeten noch immer präzise. Badstuber hätte gute Chancen gehabt, bei der Fußball-EM dabei zu sein. "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer", twitterte Badstuber am Sonntag. Die Spieler und Offiziellen der Bayern trugen in Augsburg ein Shirt mit der Aufschrift: "Wir sind bei dir. Du schaffst es wieder!" Guardiola hatte es sogar auf der Pressekonferenz an. Auch andere Vereine sendeten Genesungswünsche. Aber die Skepsis wächst, ob das mit Badstuber noch mal was wird, ob seine Sprints je wieder so schnell sein werden wie früher, seine Kerzen je wieder so hoch.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Darmstadt gegen Leverkusen. Der Kampf im südhessischen Schlamm endete mit einem Triumph der Bauernschläue. Fünf Darmstädter Spieler, Sulu, Rausch, Gondorf, Heller und Niemeyer, holten sich jeweils die fünfte Gelbe Karte ab, also eine Sperre – vier davon in den letzten Minuten. Nun fehlen die fünf Stammkräfte im nächsten Spiel bei den Bayern. Im anschließenden Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Bremen dürfen aber alle wieder spielen. Das sieht nach Kalkül aus. Die Darmstädter bestritten das, doch die Szenen, die den Gelben Karten vorausgingen, überführten sie der Trickserei. Die Lilien sind ja Profis im Foulen, doch diesmal sahen sie sehr plump aus. Nun reden Kritiker von Unfairness und Wettbewerbsverzerrung. Doch das ist tugendganshaft, die Darmstädter wollen den Bayern halt auch mal eine Chance lassen.

Wer es nicht gesehen hat: So ähnlich müssen Sie sich die Darmstädter Fouls vorstellen:

Wer stand im Blickpunkt?

Julian Nagelsmann. Auf den Hoffenheimer Jüngling wartete in seinem ersten Bundesligaspiel eine sehr wichtige Aufgabe im Abstiegskampf. Das Spiel in Bremen fing gut an, die TSG ging in Führung. Sie hielt nicht lange, aber immerhin holte Nagelsmann bei seinem Debüt in Unterzahl einen Auswärtspunkt. Zwischendurch konnte man den Stil des neuesten Zöglings aus der Rangnick-Schule bereits ahnen. Die TSG verteidigte mit einer Dreierkette, die sich bei Bedarf um zwei Glieder erweiterte, weit vorne. Auch im Abstiegskampf nicht verstecken! Die Spieler sprachen in hohen Tönen von ihrem neuen Trainer. Ob dieser die TSG retten kann, ist offen. Doch deutete Nagelsmann an, dass sprachlich auf jeden Fall noch einiges kommen wird. Das Spiel analysierte er so: "Durch die beiden abkippenden Außenspieler konnten wir die Breite des Spielfelds gut ausfüllen und die gegnerischen Außenverteidiger besser binden." Früh fängt der Morgen an sowie der Geist des Jünglings, der sich zeigen will der Welt.