Huub Stevens ist als Trainer des Fußballbundesligisten 1899 Hoffenheim zurückgetreten. Der Verein bestätigte, dass der Trainer sein Amt unerwartet aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt habe. "Wir waren genauso überrascht", sagte Mediendirektor Christian Frommert.

Stevens' Nachfolge sollen vorerst seine beiden bisherigen Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn übernehmen. Offiziell verkündet werden soll dieser Wechsel bei einer Pressekonferenz um 15.00 Uhr auf dem Hoffenheimer Trainingsgelände in Zuzenhausen.

Stevens hatte die Hoffenheimer erst Ende Oktober als Nachfolger von Markus Gisdol übernommen. In zehn Spielen unter der Regie des 62 Jahre alten Niederländers holte die Mannschaft allerdings nur acht Punkte und einen Sieg. Nach der 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen Aufsteiger Darmstadt 98 steht die TSG in der Tabelle nur auf Platz 17. Der Rückstand auf den nächsten Gegner Bremen auf dem Relegationsrang beträgt bereits fünf Punkte.

Stevens hatte zuletzt in ähnlicher Lage den VfB Stuttgart zweimal vor dem Abstieg bewahrt. Die Hoffnung von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, dass Stevens auch den Hoffenheimern wieder das Siegen beibringen würde, erfüllte sich allerdings nicht. Dennoch hatten sowohl Stevens als auch die Verantwortlichen einen erneuten Trainerwechsel zuletzt noch ausgeschlossen. Stattdessen hatte der Niederländer Fragen in dieser Hinsicht am Sonntag brüsk zurückgewiesen und stattdessen an den Zusammenhalt im Verein appelliert.

Allerdings war Stevens zuletzt auch intern nicht mehr unumstritten. Mit seiner knurrigen Art und deutlichen Ansprache waren nicht alle Spieler klargekommen. Zudem hatten einige Personalentscheidungen des erfahrenen Trainers für Verwunderung gesorgt. So hatte Stevens Nationalspieler Kevin Volland beim Auswärtsspiel in München auf die Bank verbannt, um ihn eine Woche später gegen Darmstadt wieder in die Startformation zu berufen. Vor allem offensiv brachten die Hoffenheimer unter Stevens nicht viel zustande und stellen mit 18 Treffern die zweitschlechteste Offensive hinter Ingolstadt.