Der Kongress des Fußball-Weltverbands Fifa hat seine geplanten Reformen verabschiedet. Das Paket erhielt bei der Versammlung der Mitglieder in Zürich die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit. Insgesamt stimmten 179 von 207 Verbänden für die Neuordnung.

Mit der Reform will der Weltverband die politische von der ökonomischen Entscheidungsebene trennen. Im Zentrum der Neuerungen steht allerdings die Machtbeschränkung für den Präsidenten und die Bildung eines neuen Gremiums. So dürfen der Präsident und die Mitglieder eines neu geschaffenen Councils maximal zwölf Jahre im Amt bleiben. Der Council mit künftig 36 Funktionären ersetzt das Exekutivkomitee und soll als eine Art Aufsichtsrat fungieren.

Künftig sollen in dem Council auch mindestens sechs Frauen sitzen, wobei jede Konföderation mindestens ein weibliches Mitglied in das Gremium entsenden soll. Neu ist auch, dass sich alle Topfunktionäre vor ihrer Berufung einem externen Integritätscheck unterziehen müssen und ihre Gehälter nun jährlich veröffentlicht werden.

"Schwerer Prozess der Erneuerung"

Die Mitglieder des Fußball-Weltverbands sind zu einem außerordentlichen Kongress in Zürich zusammengekommen und wollen dort auch einen neuen Fifa-Präsidenten wählen. Der bisherige und langjährige Amtsinhaber Sepp Blatter war von der Sportgerichtsbarkeit gesperrt und damit zum endgültigen Rücktritt gezwungen worden.

"Die Augen der ganzen Welt ruhen auf uns", hatte Interimspräsident Issa Hayatou den Kongress am Vormittag eröffnet und die Landesverbände auf die notwendigen Umstrukturierungen eingeschworen. "Die Fifa beginnt ihre Reise mit dem Ziel, Vertrauen wieder herzustellen."

Zuvor hatte IOC-Präsident Thomas Bach die Delegierten zur Annahme des umfassenden Reformpaketes aufgefordert. "Der neue Präsident wird dann ein solides Fundament haben, die Veränderungen umzusetzen", sagte er bei seiner Ansprache als Gast des Kongresses. Das IOC habe den schweren Prozess der Erneuerung selbst durchschreiten müssen. Die Welt verlange heute mehr "Glaubwürdigkeit und Transparenz" und das gelte speziell für den Sport.

Für Hayatou ist nun die Zeit gekommen, "die geeignetste Person zu finden, die uns durch diese schwierige Zeit führen kann." Als Favoriten für die Blatter-Nachfolge gelten der Bahrainer Scheich Salman al-Khalifa und Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino aus der Schweiz. Zudem stehen der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein, Jérôme Champagne aus Frankreich und der Südafrikaner Tokyo Sexwale zur Wahl.