Künstliche Intelligenz - Computer besiegt Go-Meisterspieler Die Software AlphaGo hat im ersten von fünf Spielen den Go-Spitzenspieler Lee Sedol besiegt. Manche bewerten diesen Sieg gar als Meilenstein in der Entwicklung selbstlernender Maschinen.

Die erste Runde des Brettspielduells zwischen dem Weltmeister Lee Sedol und dem Computer AlphaGo hat die künstliche Intelligenz gewonnen. Nach dreieinhalb Stunden erklärte sich Lee Sedol für geschlagen, da er keine Siegeschancen mehr sah. 

AlphaGo ist eine Entwicklung von Google Deepmind, der Computer hat bereits den dreifachen Go-Europameister Fan Hui bezwungen. Das Duell zwischen Mensch und Maschine geht insgesamt über fünf Runden und findet in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul statt. Der Gewinner erhält eine Million US-Dollar (900.000 Euro).

Go ist ein traditionelles asiatisches Brettspiel. Es gilt als komplizierter als Schach und sollte daher eigentlich für eine künstliche Intelligenz schwer zu verstehen sein. Experten für künstliche Intelligenz hatten bis vor Kurzem noch prognostiziert, es würde ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis Computer professionelle Go-Spieler schlagen könnten. Lee, der 18 internationale Titel gewann, zeigte sich vor dem Auftaktspiel noch siegessicher: Er werde "haushoch" gewinnen. AlphaGo wurde allerdings entworfen, um Einfühlungsvermögen beim Bewältigen komplexer Aufgaben zu imitieren.   

Beim Go-Spiel müssen die Spieler versuchen, die gegnerischen Steine zu umzingeln und wegzunehmen. Wer die meisten Felder erobert hat, gewinnt. Es gibt eine fast unbegrenzte Zahl von Positionen auf dem Spielfeld. Das erfordert von den Spielern auch, sich bei Zügen auf ihre Intuition zu verlassen.

Die Partie zwischen AlphaGo und Lee folgt einer Reihe von Brettspielduellen zwischen einer künstlichen Intelligenz und einem Menschen. Im Schach werden schon lange Computer eingesetzt. Für Aufsehen sorgte 1997 etwa der Computer Deep Blue von IBM, der gegen den Weltmeister Garri Kasparow gewann.