Der "Football Globe Germany" auf dem Gelände des Deutschen Fussball-Bundes in Frankfurt © Alexander Heinl/dpa

Das Bundeskartellamt ermittelt wegen der umstrittenen Verkaufspraxis für Eintrittskarten zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich gegen den Deutschen Fußballbund (DFB). Unter dem Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung haben die Wettbewerbshüter einem Sprecher zufolge ein Verfahren eingeleitet. Vom DFB war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

"Der Deutsche Fußball Bund hat bei dem Verkauf der Tickets für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 den Ticketerwerb an eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Fan Club Nationalmannschaft gekoppelt", erklärte ein Sprecher des Kartellamts. "Wir können bestätigen, dass das Bundeskartellamt ein Verwaltungsverfahren eingeleitet hat, um diese Praxis zu prüfen", fügte er hinzu.

Kommt die Behörde zu dem Schluss, dass der DFB tatsächlich missbräuchlich gehandelt hat, kann sie den Verband anweisen, die Praxis zu unterlassen. Es ist offen, ob das Verfahren noch den aktuellen Verkauf erfassen wird. Die EM im Frankreich beginnt bereits im Juni.

"Was der DFB macht, ist nicht erlaubt", sagte der Kartellrechtler Mark-Eduard Orth im Dezember ZEIT ONLINE. "Der Verkäufer der EM-Tickets missbraucht seine marktbeherrschende Stellung, wenn er die Nachfrage nach EM-Tickets mit einer solchen Bedingung verknüpft." Der DFB dürfe den Kauf von Tickets nicht ohne Grund mit anderen Produkten koppeln. Der Käufer wolle bloß Tickets und nicht Mitglied eines Clubs werden. Es handle sich praktisch um einen unerlaubten Preisaufschlag.