Wer spielt wann gegen wen?

VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr)
VfB Stuttgart – TSG Hoffenheim
FC Augsburg – Bayer Leverkusen
Werder Bremen – Hannover 96
Eintracht Frankfurt – FC Ingolstadt
1. FC Köln – FC Schalke 04
Borussia Dortmund – FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr)
FSV Mainz 05 – SV Darmstadt 98 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV – Hertha BSC (17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Selten ließ sich eine Frage in dieser Kolumne so unkompliziert beantworten. Natürlich führt an diesem Wochenende kein Weg an der Partie Frankfurt gegen Ingolstadt vorbei. Da wir uns aber die Ausgewogenheit auf unsere neutralen Fahnen geschrieben haben, stolpern wir beim Überfliegen der Ansetzungen über das Duell Dortmund gegen Bayern. Und siehe da, es passiert etwas in unseren von Bundesligalangeweile sedierten Hirnen: Geht da vielleicht noch was? Fünf Punkte Rückstand hat der BVB nach dieser verrückten Englischen Woche nur noch, die eigentlich Mainzer Woche heißen müsste, weil die tapferen Rheinhessen die Liga reanimiert haben. Gewinnt Dortmund, sind es nur noch zwei, deshalb kann man der Meinung sein, dass dies das erste wirklich spannende Spiel um die Meisterschaft seit etwa dreieinhalb Jahren ist. Auch wenn sich mit einem trockenen Bayern-Sieg am Samstag gleich alles wieder erledigt haben könnte. Bis dahin aber lassen wir uns überzeugen: Der deutsche Clásico! Der Germanico! Übertragen in 208 Ländern, obwohl nur 193 Staaten Mitglied der Vereinten Nationen sind! Der Krassiko!


Welche Spiele können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Alle anderen, haben Sie das nicht verstanden? Krassiko!

Wer steht im Blickpunkt?

Der Herausforderer BVB. Er ist nun Meisterschaftsanwärter wider Willen. Wer sich nämlich anschaut, welche Mannschaft Thomas Tuchel in den vergangenen Spielen auf den Platz geschickt hat, erkennt, dass das mit Bayern-Jagd nicht so viel zu tun haben sollte. Am Mittwoch gegen Darmstadt änderte Tuchel seine Mannschaft auf acht Positionen, ließ Mkhitaryan auf der Bank und Pisczcek, Bürki und Reus gleich ganz zu Hause. Dafür durfte der 17-jährige Felix Passlack spielen, wie zuvor der 17-jährige Christian Pulsisic. Der BVB konzentrierte sich auf Europa League und DFB-Pokal, wo die Chancen, sich hinterher eine schmucke Trophäe ins Museum stellen zu können, größer schienen. Aber unverhofft kommt bekanntlich gar nicht so selten, weshalb sich die Dortmunder natürlich Mühe geben werden, die Bayern ein wenig zu ärgern, vielleicht sogar mehr als das.

Die Chancen stehen gar nicht schlecht. Das viel zitierte Momentum spricht für sie. Das Momentum ist, das wissen Sie als Akademiker, die englische Bezeichnung für die physikalische Größe Impuls. Es ist aber auch jener dahingeschriebene Begriff, der besagt, dass die einen schlicht die Köpfe höher tragen als die anderen. Der BVB gewinnt nämlich auch seine dreckigen Spiele am Ende seriös, wie kürzlich gegen Hoffenheim und Darmstadt. Die Bayern dagegen schaffen es nicht einmal, ganz starke eigne Partien am Ende für sich zu entscheiden, wie in Turin. Auch wenn die Gegner nicht ganz zu vergleichen sind, aber lassen Sie uns bitte unser schreiberisches Momentum. Es ist nicht so, dass die Bayern schlechten Fußball spielen, das ein oder andere Spiel haben sie auch in den Vorjahren verloren, aber den Ruhrpottatem des BVB haben sie lange nicht mehr so dicht am Nacken gespürt. Mit 57 Punkten wären die Dortmunder gerade übrigens in 45 von 52 Bundesliga-Saisons Tabellenführer.