Der Leverkusener Hakan Çalhanoğlu (r) und Cédric Bakambu von Villarreal im Zweikampf © Federico Gambarini/dpa

FC Villarreal – Bayer 04 Leverkusen 2:0 (1:0)

Auch die Rückkehr von Roger Schmidt auf die Trainerbank hat Bayer Leverkusen nicht aus der Krise geholfen. Nach dem Ende der Sperre für drei Spiele in der Fußballbundesliga musste Schmidt vom Spielfeldrand das 0:2 (0:1) der Leverkusener im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League beim spanischen Tabellenvierten FC Villarreal mitansehen. Die Ausgangslage für das Rückspiel kommende Woche in Leverkusen ist damit nicht gut.

Im 200. Europacup-Spiel der Vereinsgeschichte schoss Cédric Bakambu im Estadio El Madrigal Villarreal mit zwei Toren (4. und 56.) zum Sieg. Dazu sah Tin Jedvaj in der Nachspielzeit wegen Handspiels die Gelb-Rote Karte (90.+4). Bayer könnte damit wie schon beim letzten Duell mit den Spaniern vor fünf Jahren im Achtelfinale ausscheiden. 

Bayer wirkte vor allem in der Defensive oft desorientiert. Auch das Offensivspiel lahmte, von den Führungsspielern Hakan Çalhanoğlu und Karim Bellarabi gingen kaum Ideen aus. Die Gastgeber waren in puncto Passsicherheit, Beweglichkeit und Schnelligkeit deutlich überlegen.

Schon die Anfangsphase verlief für Bayer nicht optimal. Konnte Torhüter Bernd Leno in der dritten Minute noch gegen Roberto Soldado parieren, war der Torwart eine Minute später machtlos. Die Abwehr war völlig unorganisiert, als Soldado den Ball auf Bakambu spielte und dieser freistehend zur Führung traf. Leno war es dabei zu verdanken, dass Soldado nicht schon vor der Pause auf 2:0 für Villarreal erhöhte. Mit einem Reflex klärte Leno gegen den Stürmer, als Jonathan Tah seinen Gegenspieler außer Acht ließ (40.). Ohnehin erwischte der Ex-Hamburger nicht den besten Tag, bei einem Befreiungsschlag wäre ihm beinahe ein Eigentor unterlaufen (29.).

Derart gefährlich wurde es auf der Gegenseite nicht. Ein Kopfball des Mexikaners Javier "Chicharito" Hernández war noch die beste Chance, wenngleich Villarreal-Torhüter Alphonse Aréola nicht wirklich gefordert wurde (24.). Der Torwart hatte zuvor schon bei einer Hereingabe von Christoph Kramer vor dem gut postierten Stefan Kießling geklärt (10.).

Im zweiten Durchgang wurde es bei Bayer kaum besser. Unerklärliche Fehler brachten die Spanier immer wieder gut ins Spiel – und zum zweiten Tor. Nach einem Ballverlust von Julian Brandt im Anschluss an eine Leverkusener Ecke ging es schnell in die andere Richtung. Bakambu lief allein aufs Tor zu und gewann das Duell gegen Leno.

Und es kam noch schlimmer für Bayer, vor allem personell. Kramer musste verletzt vom Platz getragen werden, nachdem er aus kurzer Entfernung den Ball ins Gesicht bekommen hatte. Erinnerungen ans WM-Finale wurden wach. In der Nachspielzeit verhinderte Leno einen dritten Gegentreffer beim Kopfball von Léo Baptistão.