Michel Platini (links) mit Joseph Blatter (Archivbild von 2011) ©dpa/AP Photo/Michael Probst

In den Korruptionsermittlungen gegen den gesperrten Uefa-Chef Michel Platini und den früheren Fifa-Chef Joseph Blatter ist eine weitere dubiose Millionenzahlung aufgetaucht. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf nicht genannte Mitglieder des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes Fifa. 

Bisher bekannt ist eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken aus dem Jahr 2011. Deswegen hatte die Ethikkommission des Fußballweltverbandes den ehemaligen Fifa-Chef Blatter und den Uefa-Chef Platini für acht Jahre gesperrt, später wurde die Sperre auf sechs Jahre reduziert. Zudem ermittelt die Schweizer Staatsanwaltschaft wegen "ungetreuer Geschäftsbesorgung".

Die FAS berichtet nun, dass die Behörden ihre Ermittlungen ausweiteten wegen einer weiteren Zahlung: Blatter habe zwischen 1998 und 2002 einen siebenstelligen Betrag an Platini gezahlt, der damals als Berater des Fifa-Chefs tätig war. Offiziell sei das Geld gezahlt worden, um ein Büro Platinis in Paris zu unterhalten. Laut FAS sei derzeit nicht geklärt, ob dieses Büro überhaupt existiert habe.

Der Fifa-Compliance-Chef, Domenico Scala, habe im Oktober 2015 die Transaktion vor dem Exekutivkomitee als fragwürdig deklariert. Anschließend seien die Schweizer Bundesanwälte informiert worden. Am Dienstag sei deshalb die Geschäftsstelle des französischen Fußballverbandes durchsucht worden. Französische Behörden hatten aufgrund eines Rechtshilfe-Ersuchens der Schweizer gehandelt.