Franz Beckenbauer beendet sein Engagement als Experte beim TV-Sender Sky. Sein heutiger Einsatz bei dem Champions-League-Spiel FC Bayern München gegen Juventus Turin werde sein vorerst letzter sein, teilte der Sender mit.

"Ich bin jetzt 70 Jahre alt, stehe seit über 50 Jahren in der Öffentlichkeit und bin für den Fußball – ob als  Spieler, Trainer oder Funktionär – zig Mal um die Welt gereist. Nach so langer Zeit möchte ich mir eine Pause gönnen", zitierte Sky den Weltmeister als Fußballprofi und Trainer.

Kurz vor der Partie sprach Beckenbauer von "gewissen Ermüdungserscheinungen durch die letzten Jahre, die sehr schwer für mich waren". Es sei "einzig und allein mein Wunsch gewesen, das Verhältnis aufzulösen", sagte Beckenbauer. Das bestätigte ein Sky-Sprecher: Man habe Beckenbauer nicht zur Auflösung seines Vertrages gedrängt. "Wenn es nach uns gegangen wäre, hätte er für uns weiter arbeiten können."

Zur Begründung führt Sky "turbulente Ereignisse der letzten Monate" auf. Beckenbauer war zuletzt durch seine Verwicklung in den Skandal um die Vergabe der Fußball-WM 2006 heftig in die Kritik geraten.

Von Beckenbauers Konto waren sechs Millionen Schweizer Franken an Katar gezahlt worden. Er hatte die WM-Bewerbung Deutschlands organisiert. Der Deutsche Fußballbund DFB hat den Vorgang von der Kanzlei Freshfields untersuchen lassen, die Ermittler konnten aber den Zweck der Transaktion nicht ermitteln. Sie sprachen zwar von "Abhängigkeiten in einem korruptionsbedingten Umfeld". Die Ermittler konnten aber nicht nachweisen, ob mit dubiosen Zahlungen Stimmen für die WM-Vergabe nach Deutschland gekauft worden waren.

Als Grund für Beckenbauers Rückzug nannte der TV-Sender auch "einen schweren privaten Schicksalsschlag". Beckenbauers Sohn Stephan war im Vorjahr nach langer Krankheit gestorben. Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt zeigte sein Bedauern über den Weggang Beckenbauers: "Es war allen Kollegen bei Sky sowie mir selbst eine große  Freude, über insgesamt 25 Jahre mit Franz zusammenzuarbeiten."