Der Videobeweis soll ab übernächster Saison in fünf Ligen getestet werden. (Fotomontage) © Frank Hoermann/Sven Simon/dpa

Das International Football Association Board (Ifab) will den Videobeweis im Fußball testen. Das beschlossen die acht Mitglieder in einer Sitzung. In etwa fünf Ligen soll es ab der übernächsten Saison den Videobeweis als Hilfsmittel für Schiedsrichter geben. Über die genaue Form der Tests habe das Ifab noch keine Entscheidung getroffen, hieß es nach der Sitzung, an der auch der neue Fifa-Präsident Gianni Infantino teilgenommen hatte.

"Heute haben wir wirklich eine historische Entscheidung für den Fußball getroffen", sagte Infantino. Insgesamt zwölf nationale Ligen und eine Konföderation hatten sich beim Ifab als Tester beworben. "Eine Handvoll" soll schließlich die Tests vornehmen. Zu den Bewerbern gehört auch die Bundesliga.

Möglich sei, dass der Videobeweis bei der Copa América im Juni in den USA bereits eingesetzt werde. "Das ist ein großer Test und wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, das Fußballspiel zu schützen. Der Fluss des Spiels ist sehr wichtig", sagte Infantino. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat nach der Entscheidung positiv auf die Einführung der Testphase für den Videobeweis durch das International Football Association Board reagiert. "Auf DFL-Seite sind wir natürlich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung", sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken.

Dreifachbestrafung wird modifiziert

Das Gremium beschloss auch eine Modifizierung der sogenannten Dreifachbestrafung für ein Foul im Strafraum, das eine klare Torchance verhindert. Bisher sahen die Regeln vor, dass solche Fouls mit einer roten Karten und einem Elfmeter bestraft werden. Mit dem neuen Beschluss gibt es nun einen Elfmeter und die gelbe Karte gegen den Spieler, der das Foul begangen hat. Diese Regelung tritt schon bei der kommenden Europameisterschaft in Frankreich in Kraft und soll dann für zwei Jahre getestet werden.

Die acht Mitglieder des Ifab setzen sich aus vier Fifa-Mitgliedern und jeweils einem Vertreter aus den Verbänden in England, Nordirland, Schottland und Wales zusammen. Das internationale Gremium beschließt Änderungen der Regeln im Fußball.