Im Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer im Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo zum dritten Mal den menschlichen Spitzenspieler Lee Sedol besiegt. Bei der dritten Partie verlor der Südkoreaner nach mehr als vier Stunden. Lee geriet am Ende in Zeitnot und gab nach mehr als vier Stunden auf. Er entschuldigte sich bei seinen Fans mit den Worten: "Ich war machtlos." Lee räumte ein, trotz seiner großen Erfahrung unter Stress gestanden und den Druck gespürt zu haben, gegen das Programm gewinnen zu müssen. "Aber die heutige Niederlage war eine von Lee Sedol, nicht der Menschheit", sagte er.

Auch dieses Mal hielt sich die Software im Spiel nicht an menschliche Kategorien: Experten zeigten sich verwundert über die ungewöhnlichen Züge, die auf den ersten Blick teils gar keinen Sinn ergaben. Laut Experten ging AlphaGo diese Partie als Nachziehender zu Beginn aggressiv an und sicherte sich schnell Gebiete am unteren Rand. Lee hielt zwar dagegen, doch am Ende konnte er sich keine Vorteile mehr verschaffen.

Der 33-Jährige ist seit dem zwölften Lebensjahr professioneller Go-Spieler und hat 18 Weltmeisterschaften gewonnen. Trotzdem sicherte das Programm sich am Samstag in Seoul vorzeitig den Gesamtsieg in dem Fünf-Spiele-Match.

Schon der erste Sieg von AlphaGo am Mittwoch gegen einen der weltbesten Go-Spieler galt als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen. Go war wegen seiner vielen möglichen Spielzüge lange als zu komplex für Computer eingeschätzt worden.

Bei Go versuchen zwei Spieler, Gebiete auf dem Spielbrett – ein Gitter von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien – zu erobern. Dafür setzen sie abwechselnd weiße und schwarze Steine. Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind im Prinzip einfach. Allerdings ist auf dem Brett mit seinen 361 Feldern eine gewaltige Zahl von Zügen möglich, was es selbst für einen leistungsstarken Computer schwieriger macht, die Entwicklung des Spiels durchzurechnen.

AlphaGo wurde bei der britischen Firma DeepMind entwickelt, die Google vor gut zwei Jahren gekauft hat, Medienberichten zufolge für 500 Millionen Dollar. In die Software wurden zwar anfangs Millionen Züge der besten menschlichen Spieler einprogrammiert – sie lernt aber selbst dazu.

Trotz der uneinholbaren 3:0-Führung von AlphaGo geht das Match gegen Lee am Sonntag und Dienstag weiter. Es läuft wird auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt.