Insgesamt 1,52 Milliarden Euro Einnahmen verzeichnete die Fifa im vergangenen Jahr. © Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Der Weltfußballverband Fifa hat im laufenden Geschäftsjahr einen Verlust von etwa 109 Millionen Euro verzeichnet. Es sei das erste Minus seit dem Jahr 2002, teilte die Fifa in ihrem Finanzbericht mit.

Für das Ergebnis machte die Fifa unter anderem "unvorhergesehene Kosten" wie Anwaltsgebühren und Kosten für außerplanmäßige Treffen verantwortlich. Vor allem die Anwalts- und Beratungskosten durch die Korruptionsaffäre rissen ein Loch in die Finanzen. Mit der jüngsten Forderung nach Entschädigung gegen Ex-Funktionäre könnte sich aber die wirtschaftliche Lage aufbessern.

In dem Finanzbericht findet sich auch das Jahresgehalt des inzwischen gesperrten früheren Präsidenten Sepp Blatter. Er erhielt im vergangenen Jahr 3,32 Millionen Euro vom Fußball-Weltverband. Darin enthalten war auch eine variable Zahlung von knapp 400.000 Euro für sein 40-jähriges Dienstjubiläum.

Zu den Verlusten sagte der neue Präsident Gianni Infantino, der weniger als sein Vorgänger verdienen soll: "Ich verspreche, dass ich dies während meiner Präsidentschaft schaffen werde und die Fifa in eine strahlende und nachhaltige Zukunft führe, sodass wir wieder unseren vollen Fokus auf den Fußball richten können."

Hausdurchsuchungen bei Ex-Generalsekretär

Mit der zuletzt beschlossenen Statuten-Änderung wird die Veröffentlichung des Gehalts auch für den Blatter-Nachfolger zur Regel. Der für sechs Jahre gesperrte Ex-Präsident, der am Donnerstag beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch gegen das Urteil einlegte, hatte aus seinen Einkünften stets ein großes Geheimnis gemacht. 

Der inzwischen entlassene Generalsekretär Jérôme Valcke bekam vergangenes Jahr 1,94 Millionen Euro. Gegen ihn eröffnete die Schweizer Generalstaatsanwaltschaft nun ein Strafverfahren. Am Donnerstag gab es deshalb Hausdurchsuchungen. Die Ermittlungen seien wegen Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie weiterer Delikte aufgenommen worden.

Die Mitglieder des Exekutivkomitees, unter ihnen auch der zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, erhalten eine jährliche Kompensation von 270.000 Euro. Mit der Millionen-Entlohnung lagen Blatter und Valcke beispielsweise deutlich über Thomas Bach, der als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees 225.000 Euro für seine eigentlich ehrenamtliche Tätigkeit erhält.

Im Vorjahr hatte der Verband noch einen Gewinn von 127 Millionen Euro verbucht. Die Rücklagen der Fifa schrumpften auf 1,2 Milliarden Euro. Für den Finanzzyklus bis 2018 rechnet der Verband noch mit einem Gewinn von 90 Millionen Euro – mehr als eine halbe Milliarde weniger als in der Prognose von 2014.