Der Radsportler Antoine Demoitié bei einem Eintages-Radrennen am 25. März 2016 © Dirk Waem/AFP/Getty Images

Der spanische Radstar Alberto Contador fordert Konsequenzen nach dem tödlichen Unfall beim Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem. "Wir brauchen eine Kontrolle der Motorräder bei den Rennen", schrieb der 33-Jährige am Montag bei Twitter und drückte sein Mitgefühl für die Familie des gestorbenen Radkollegen Antoine Demoitié aus.

Demoitié war bei dem Rennen am Sonntag mit einem Begleitmotorrad kollidiert. Der 25-jährige Belgier war wie vier andere Fahrer nach rund 150 Kilometern gestürzt, Medienberichten zufolge fuhr das Motorrad dann in die kleine Gruppe. Demoitié wurde am Kopf getroffen. Er starb in der Nacht zum Montag in einem Krankenhaus in Lille.

Die Gendarmerie hat Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Laut der französischen Sportzeitung L'Équipe, die sich auf Aussagen von Augenzeugen berief, soll Demoitié nicht einmal Zeit gehabt haben, aufzustehen, bevor das nachfolgende Begleitmotorrad in die kleine Gruppe krachte.

Noch vor der schrecklichen Todesnachricht hatte der niederländische Profi Bas Tietema via Twitter kritisiert: "Es gibt Protokolle für die Räder, fürs Wetter, fürs Doping. Aber wie viele Unfälle müssen passieren, bis etwas für die Sicherheit der Fahrer getan wird." Bereits im vergangenen Jahr war es zu Zwischenfällen mit Begleitfahrzeugen und -motorrädern gekommen, und Ende Februar 2016 war Stig Broeckx bei Kuurne-Brüssel-Kuurne von einem Motorrad zu Fall gebracht worden und hatte sich unter anderem einen Schlüsselbeinbruch zugezogen.

"Es fühlt sich unwirklich an, zu lesen, dass Antoine Demoitié den gestrigen Unfall nicht überlebt hat", schrieb Deutschlands Sprint-Ass Marcel Kittel. Demoitié war erst zu dieser Saison zum Team Wanty Gobert gewechselt. Der in Lüttich geborene Sprinter war zuvor von 2013 bis einschließlich 2015 für Wallonie-Bruxelles gefahren. Sein größter Erfolg bleibt nun der Gewinn der Tour du Finistère 2014.