Wie ging es aus?

Atlético Madrid – FC Bayern München 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Saul (11.)

Was ist passiert?

Vor dem Spiel wurde gemutmaßt, dass sich Atlético hinten reinstellen könnte. Das taten die Spanier auch, aber nicht ohne vorher in Führung zu gehen. Was auch recht schnell klappte, weil sie die Bayern enorm unter Druck setzen. In den ersten zwanzig Minuten musste man sich angesichts vieler Ballverluste noch größere Sorgen um die Bayern machen (also, wer so drauf ist, sich um die Bayern zu sorgen).

Dann erlangten die Münchner zunehmend Übergewicht, kontrollierten den Ball und hielten den Gegner vom eigenen Tor fern. Guardiolas System griff, die beiden Erwachsenen in der Bayern-Elf, Philipp Lahm und Xabi Alonso, waren die Säulen. Vor allem nach der Pause machten die Bayern das Spiel, sie kamen aber fast nie präzise in den Strafraum. Stattdessen gab es – bloß oder immerhin – Chancen durch Kopfbälle nach Flanken (Vidal), Ecken (Martínez) oder Fernschüsse (Vidal, Katsche Alaba).

Atlético verließ sich auf seine große Qualität, das Verteidigen. Stimmt, das können sie wirklich. Sie beherrschen alle Abwehrtechniken. Die komplette Elf ist wahnsinnig geschickt in den Zweikämpfen. Alle Spieler können sich schnell drehen, den Gegner bekämpfen und haben ein Gespür für Gefahr.

Wie war Pep Guardiolas Aufstellung?

Überraschend brachte er Xabi Alonso, der anfangs oft ausgespielt wurde, etwa vor dem Tor. Einmal wurde er sogar getunnelt, dann foulte er sich ins Spiel rein. Kingsley Coman stand erstmals in der K.o.-Phase in der Startelf, landete aber keinen Stich gegen Filipe Luís, gegen den zugegeben selbst Lahm mal den Ball verlor. David Alaba musste in die Innenverteidigung, was ihm wenig behagt.

Diskutabel war, dass Thomas Müller auf der Bank blieb, der in den beiden vorigen Runden drei Tore geschossen hatte, allerdings nicht überzeugte. Auch Franck Ribéry bließ draußen und zeigte nach seiner Einwechslung, warum er dort besser geblieben wäre. Seit seiner Verletzung ist er nicht mehr derselbe, er ist auch über seinem Zenit. Randnotiz: Nur zwei Deutsche bei Bayern in der Startelf, nur drei kamen zum Einsatz.

Benahm sich Diego Simeone?

"Schlachten gewinnt nicht der, der die meisten Soldaten hat, sondern der, der sie richtig einsetzt", sagte Atléticos Trainer vor dem Spiel. Während des Spiels fuchtelte er viel rum, schrie den Schiri an und putschte die Fans. Einmal verlor er beim Armwedeln sein Smartphone. Es blieb aber eine faire Auseinandersetzung. Bloß, dass die Bayern sich über den stumpfen Rasen beschwerten, der ihren Spielfluss gehemmt haben soll. Hinter solchen Tricks vermutet man stets Simeone.