Deutschland – Slowakei: Boateng und der Lille-Hammer

Jetzt schießt er auch noch Tore: Jérôme Boateng leitet den 3:0-Sieg ein. Deutschland ist so überlegen, dass am Ende noch Podolski ran darf. Das Blog zum Spiel.
Jérôme Boateng in neuer Funktion als Torschütze. ©Reuters / Carl Recine
  • Deutschland gewinnt gegen die Slowakei 3:0.
  • Der nächste Gegner ist am nächsten Samstag Italien oder Spanien.
  • Wenn Sie noch ein bisschen spielen wollen: Hier finden Sie Ihr wahres EM-Team.

  • 20:41 Uhr
    Eike Kühl

    Fazit: Einen guten Riecher hat Joachim Löw ja. Nein, das soll jetzt keine Anspielung auf gewisse Ereignisse in der Vorrunde sein, sondern eine nüchterne Feststellung. Vor dem Achtelfinale gegen die Slowakei hat der Bundestrainer Mario Götze aus der Startelf rotiert und dafür Julian Draxler gebracht. Klar, kann er machen, Götze hat in den ersten drei Spielen nicht gerade überzeugt. Aber dass dieser Draxler zum besten Spieler auf dem Platz aufsteigt, das hätten außer Löw nur wenige erwartet. Dass die Slowaken es den Deutschen aber so einfach machen würden, vermutlich auch nicht. 


    3:0 hieß es am Ende und nach der Magerkost gestern – von Shaqiris Seitfallzieher-Sahnehäubchen mal abgesehen – war das heute schon mehr Torte. In der ersten Halbzeit spielten praktisch nur die Deutschen, schon nach acht Minuten traf Boateng (ja, der Boateng!) per Direktabnahme zu seinem ersten Länderspieltor, ein echter Lille-Hammer quasi. Dass der Ball noch leicht abgefälscht war, können an dieser Stelle nur Gauländer bemäkeln. Damit das Spiel nicht schon nach 15 Minuten entschieden war, verschoss Mesut Özil wenig später einen Elfmeter. Das Memo vom spannenden Spiel hatte Gomez aber nicht bekommen: Kurz vor der Pause traf er zur 2:0-Führung.

    Das Spiel war zu dem Zeitpunkt quasi durch, auch wenn die Slowaken in der zweiten Halbzeit zumindest noch versuchten, mitzuspielen. Wie ungefährlich sie trotzdem waren, zeigten spätestens die Wechsel auf deutscher Seite: Kurz nachdem Draxler das 3:0 unter die Latte ins Tor zimmerte, brachte Löw erst Lukas Podolski und dann Bastian Schweinsteiger. Kick it like it's 2008, das Märchen von Lukas und dem Leitwolf. Was für schöne Szenen für alle Fußballromantiker. Da fiel es gar nicht mehr auf, dass Thomas Müller unglücklich spielte und Draxler die Außenstürmer der Slowaken öfters passieren ließ.

    Vor dem Achtelfinale hieß es, nun kommen die schweren Gegner. Die Slowakei war keiner, auch weil Deutschland sein Spiel langsam findet und verbessert. Im Viertelfinale warten entweder Spanien oder Italien. Spätestens dann wird es schwer. Ganz bestimmt. 

  • 20:09 Uhr
    Fabian Scheler

    Ich übersetze mal die letzten Minuten für Sie: 

    "Bin froh dass ich der Mannschaft helfen konnte." Eigentlich mag ich es, alleine elf andere aussteigen zu lassen, damit irgendjemand ein eigenes YouTube-Video meiner besten Szenen zusammenschneidet und das nach einer Woche 750.203 Klicks hat. Weil das aber doof wirkt und irgendeiner von euch Schmierfinken daraus wieder eine falsche Zeile baut, sage ich einfach das Gegenteil.

     "Wir warten ab und lassen uns überraschen." Italien oder Spanien? Wenn Sie mich fragen, ist das Pest oder Cholera. Was für ein dämlicher Turniermodus. Auf der anderen Seite spielen Wales, Belgien und Ungarn ums Halbfinale. Pfffffff.

    "Alles starke Gegner!" Come on, Albanien, Nordirland, Ungarn - die Funktionäre waren doch angeschickert als sie die EM erweitert haben.

    "Konzentriert weiter arbeiten!" Jetzt gucken wir mal, was Lille so kann. Poldi kennt da schon ein paar Adressen.

  • 19:57 Uhr
    Eike Kühl

    Man of the Match ist nicht ganz überraschend Julian Draxler, hat die unabhängige und unendlich kompetente Expertenkommission der Uefa entschieden. Es gibt bestimmt demnächst eine Sonderedition seiner Fußballschuhe – die MOTM Edition, Übersteiger garantiert.


      

  • 19:52 Uhr
    Fabian Scheler

    Aus! Deutschland gewinnt 3:0 und hat mit den Slowaken weniger Probleme als die Iren beim Singen. Außerdem bleibt der DFB weiter ohne Gegentor und wird wohl erst mit dem nächsten Gegner auf Tauglichkeit geprüft.

  • 19:51 Uhr
    Eike Kühl

    88. Minute: Entspanntes Auslaufen jetzt in Lille. Deutschland spielt hier und da gekonnt in die Spitze und sucht noch den ein oder anderen Abschluss, die Slowaken haben sich mehr oder weniger aufgegeben. Hamsik blieb bis auf die Frisur blass, Müller aufseiten der DFB-Elf aber auch. Können sich ja gleich in den Katakomben noch zu einer Partie Maumau treffen, die beiden.

  • 19:41 Uhr
    Fabian Scheler

    83. Minute: Die deutschen Fans, peinlich wie so oft: Versuchen erst den kopierten Will Griggs im Block zu etablieren und kopieren jetzt die Idee, die Nationalhymne zu trällern. Kreativ wie ein Stein in der Sonne.

  • 19:39 Uhr
    Eike Kühl

    82. Minute: Kennen Sie das hier noch? 



  • 19:39 Uhr
    Fabian Scheler

    81. Minute: Béla jetzt: "Spanien, Italien, Hauptsache Viertelfinale". Kompliziert wird es dann, wenn Andi Möller mit seinen Ungarn ins Finale kommt und da auf Deutschland trifft. Danach müssen die Diercke-Atlanten umgemalt werden.

  • 19:36 Uhr
    Fabian Scheler

    79. Minute: Gómez, Schweinsteiger, Podolski: Spielten auch schon im EM-Finale 2008 in Wien. Wann bringt Löw endlich Frings?

  • 19:36 Uhr
    Eike Kühl

    77. Minute: Schweinsteiger, der Dachs unter den Sechsern. Hat graue Schläfen, ist immer nur einen Teil des Jahres aktiv und die "rüsselartige Nase ragt mindestens 1,5 cm über die Unterlippe hinaus." (Wikipedia)

  • 19:32 Uhr
    Fabian Scheler

    75. Minute: Schweinsteiger tapet sich. Hat er danach noch Luft?

  • 19:31 Uhr
    Fabian Scheler

    73. Minute: Thomas Müller erinnert heute an die Niederlande. Will unbedingt rein, übt aber noch.

  • 19:31 Uhr
    Eike Kühl

    71. Minute: Podolski kommt für Draxler, Höwedes für Boateng. Bei diesem Spielstand geht jetzt wirklich alles. Morgen wird dann Ann-Kathrin Brömmel zur Bundespräsidentin vorgeschlagen, Gómez kommt auf die Shortlist zur Weltfußballerwahl und Löw heiratet Merkel. #believe

  • 19:23 Uhr
    Eike Kühl

    64. Minute: Läuft. 



  • 19:20 Uhr

    63'

    3:0

    Toooor! Draxler. Verteidigt hinten nicht mit, schießt dafür aber vorne die Tore. Fair.

  • 19:17 Uhr
    Fabian Scheler

    59. Minute: Die Slowakei merkt langsam, dass ein 0:2 heute nicht reichen wird. Wobei: Wenn das Viertelfinale doch noch aufgestockt wird, wenn künftig auch Teams aus Asien und vom Pazifik mit ran dürfen, müsste man nochmal im Uefa-Regelwerk nachschauen.

  • 19:15 Uhr
    Eike Kühl

    57. Minute: Ich sag, wie's ist. Das Ding ist durch. Wir bereiten uns schon auf Belgien gegen Ungarn vor. Auf Vokale und Afros. Das wird ein Spaß. 

  • 19:06 Uhr
    Eike Kühl

    46. Minute: Ohne Wechsel kommen die Deutschen aus der Kabine. Réthy fordert schon, Schweinsteiger doch noch etwas Spielpraxis zu geben. Das Spiel ist seiner Meinung nach also schon gelöffelt wie eine Portion Bryndzové halušky, auch bekannt als Brimsennocken, ein bekanntes Gericht aus der Slowakei. Könnte übrigens auch ein liebevolles Schimpfwort sein. Du Brimsennocke! 


  • 18:58 Uhr
    Fabian Scheler

    Pause: Bleibt es dabei, trifft der DFB nächsten Samstag auf den Sieger Italien – Spanien. Das klingt nach Fußball. Muss man bei dieser EM dazuschreiben. So wie ich dieses Turnier aber kennengelernt habe, wird auch das Viertelfinale dann ein hässliches 1:0.

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Vorbemerkungen:

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sonntag. Dobré ráno, sagt der Slowake. Seit Sie heute morgen in der Kirche statt einer Predigt die Vorzüge eines 3-4-3 gehört haben, wissen Sie ja: Es ist Spieltag. Und es geht sogar um was, verlieren sollte Gruppensieger Deutschland heute nicht. Das würde das vorzeitige Ende dieser EM bedeuten.

Falls Sie übrigens nicht in der Kirche waren, ist das natürlich auch ok. Waren wir auch nicht. Mehr Besinnung als nach den drei Spielen gestern hätte es im Gotteshaus auch nicht gegeben. Die Spiele am Samstag boten in etwa so viel spannende Momente wie ein Geschirrabwasch.

Aufregender wird es heute. Vielleicht. Deutschland trifft auf das Team, das ihm die letzte Niederlage zugefügt hat. Ein schlimmer Angstgegner also. Die Slowakei, 3:1-Sieger von vor drei Wochen, möchte heute auch, äh, gewinnen. Neben diesem Testspielerfolg darf sich die Slowakei auch damit schmücken, jenes Land der EU zu sein, in dem Rechtspopulisten als erstes nach dem Brexit eine Abstimmung über den EU-Verbleib angekündigt haben. Slovexit. Herzlichen Glückwunsch.

In Deutschland war das noch kein Thema. Hier geht es um den Zustand eines Körperteils, noch so eine alte Turnierroutine. Dieses Mal ist es Boatengs Wade. Sie zuckt aber wieder korrekt, Boateng wird spielen. Eine andere Frage ist offen: Wie oft wird die Bild-Zeitung noch Schweinsteiger in der Startelf fordern? Löw, unbeeindruckt, wird ihn, wenn überhaupt, von der Bank bringen. Dafür spielt Draxler für Götze, den Mario-Gómez-Button können Sie auch zurechtlegen.

Spielen wird auch wieder Joshua Kimmich, der kurzzeitig als neuer Philipp Lahm galt. Quatsch, schreibt unser Kollege Oli Fritsch, der aus dem Stadion wieder mitbloggen wird. Außerdem ab heute und bis zum Finale dabei: Eike Kühl aus dem Digital-Ressort. Falls Sie also irgendwann mal 010101000110111101110010 hier lesen, keine Sorge, dann fiel er kurz zurück in alte Muster. Legen Sie noch ein Würstchen auf den Grill, im Idealfall nicht von Wiesenhof, wir sind ab 18 Uhr wieder für Sie da.

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