Der Goldtraum von Artem Harutiunian bei den Olympischen Spielen ist beendet, die erste deutsche Boxmedaille seit zwölf Jahren aber dennoch gesichert. Der Halbweltergewichtler aus Hamburg unterlag im Olympiahalbfinale Lorenzo Sotomayor aus Aserbaidschan mit 0:3 (27:30, 28:29, 27:30).

Schon in der ersten Runde zog sich Harutiunian einen Cut am linken Auge zu. Den gesamten Kampf über hatte der 26-Jährige Schwierigkeiten mit der Reichweite seines Gegners. Trotzdem erhält er die Bronzemedaille, die den Verlierern der Halbfinalkämpfe automatisch sicher ist. 

Für Harutiunian, der vor 15 Jahren mit seiner Familie aus Armenien nach Deutschland geflohen war, ist der dritte Platz bei seiner Olympiapremiere ein großer Erfolg. Vitali Tajbert und Rustam Rachimow waren 2004 in Athen die bislang letzten deutschen Boxer, die jeweils mit Platz drei Medaillen für Deutschland geholt hatten.

Erfolg für Hockey-Damen

Den dritten Platz sicherte sich auch das Hockeyteam von Bundestrainer Jamilon Mülders. Die deutschen Damen konnten sich im kleinen Finale gegen Neuseeland mit 2:1 (0:0) durchsetzen. In einem Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten erzielten Charlotte Stapenhorst (34.) und Lisa-Marie Schütze (38.) die deutschen Tore. Für Neuseeland traf Olivia Merry (45./Strafecke). Für die Hockey-Frauen war es die vierte olympische Medaille nach Silber 1984, 1992 und Gold 2004.

Immer wieder musste Torhüterin Kristina Reynolds Fehler der Feldspielerinnen ausbügeln, lautstark forderte Mülders mehr Laufbereitschaft von seinem Team, das gegen den Olympiavierten von London nicht in Schwung kam: Zu zaghaft, zu passiv agierte Deutschland. "Mitspielen", forderte der Bundestrainer. Deutschland hatte Glück, dass die Neuseeländerinnen ihre hochkarätigen Chancen nicht nutzten. 

Nach der Pause kamen die deutschen Damen mit deutlich mehr Willen und Laufbereitschaft aus der Pause – das wurde belohnt. Hannah Krüger leitete einen Konterangriff ein, den die Hamburgerin Charlotte Stapenhorst vollendete. Danach war es wieder ein Konter, der für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte. Schütze hob den Ball über Torhüterin Sally Rutherford. 

Nach der sechsten Strafecke gegen Deutschland klärte Reynolds mit eine erneuten Parade gegen Petrea Webster, im Nachschuss traf Olivia Merry (45.). Weil bei der Strafecke eine Neuseeländerin schon in den Schusskreis gelaufen war, forderte Deutschland den Videobeweis, verlor ihn aber.