Sophie Scheder hat bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro die erste Medaille für die deutschen Turner gewonnen. Die 19-Jährige holte beim Sieg der Russin Alija Mustafina Bronze. Die Chemnitzerin erzielte mit 15,566 Punkten das beste Olympia-Ergebnis einer deutschen Turnerin an diesem Gerät seit 28 Jahren. 1988 in Seoul hatte die Berlinerin Dagmar Kersten für die DDR die Silbermedaille gewonnen. 

Den Titel sicherte sich wie schon in London die Russin Alija Mustafina mit 15,900 Punkten vor Weltmeisterin Madison Kocian aus den USA (15,833). Vierte wurde Elisabeth Seitz, der 22 Jahre alten Stuttgarterin fehlten nur 0,033 Punkte zu Bronze. 

Zuvor hatte US-Superstar Simone Biles am Sprung ihren dritten Olympiasieg in Rio geholt. Sie gewann mit zwei bestechenden Sätzen und 15,966 Punkten erneut haushoch vor der Russin Maria Paseka (15,266). Die Texanerin steuert nun dem ersten Fünffach-Triumph einer Turnerin bei Olympischen Spielen entgegen. In den kommenden Tagen gilt sie auch als Top-Favoritin am Schwebebalken und am Boden.  

Oksana Chusovitina, die in Peking noch Silber für Deutschland erkämpfte hatte und in Bergisch-Gladbach lebt, konnte ihren schwierigen Produnowa-Sprung (Ausgangswert 7,0) nicht stehen. Bei ihrer siebten Olympia-Teilnahme landete sie mit 41 Jahren auf Rang sieben. Sie verabschiedete sich in Rio mit Handküssen an das Publikum von den Turn-Podien.      

Die meiste Stimmung unter den 10.000 Zuschauern herrschte jedoch nach dem Boden-Finale, in dem der Brite Max Whitlock (15,633) seinen ersten von zwei Olympiasiegen binnen zwei Stunden perfekt machte. Am Pauschenpferd machte der akurat turnende Whitlock (15,966) seinen zweiten Sieg des Tages perfekt.