Wer spielte wie gegen wen?

VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund  1:5 (1:2)
FC Ingolstadt – Eintracht Frankfurt 0:2 (0:1)
SV Darmstadt 98 – TSG Hoffenheim 1:1 (0:0)
SC Freiburg – Hamburger SV 1:0 (0:0)

Wen muss man sich derzeit unbedingt anschauen?

Den BVB. Innerhalb einer Woche schossen Tuchels Jungs 17 Tore. Zugucken ist wie beim Tennis. 6:0, 6:0, 5:1, und das in einer Woche, da horcht sogar Bayern-Fan Boris Becker auf. Tuchel ist ohnehin passionierter Tennisspieler, schenkt seinen Spielern Tennisbücher zur Motivation. Vielleicht sollte er ein Exemplar auch an Wolfsburgs Dieter Hecking durchreichen. Der hatte vor dem Spiel zwar keine Motivationsprobleme, danach aber Erklärungsnöte. "Ich glaube, dass wir besser sein können als Darmstadt und Warschau", spottete er über Dortmunds Sparringpartner dieser Woche. Wir rechnen mal eben nach: Der Marktwert von Darmstadt: 26,95 Millionen. Der Marktwert von Warschau: 30,45 Millionen. Der Marktwert von Wolfsburg: 189,60 Millionen. So gesehen sind die 160 Millionen Euro mehr für Wolfsburg eine kluge Investition in den Kader. Spart man sich ein peinliches 6:0.

Doch das Ergebnis täuscht. Dortmunds Abwehr war manchmal verwirrter als Bautzener Marktplatzbesucher. Auch Mario Gómez ließ sich anstecken und traf das Tor auch aus einem Meter nicht. Weil auch die 54 anderen VfL-Chancen ungenutzt blieben, kam es nicht zum 5:5. Roman Bürki hielt mit der Rück- und Vorhand, mit den Fäusten und mit dem Oberschenkel und hätte er einen Tennisschläger bekommen, hätte er wohl auch damit einen Ball returniert.

Vor wem fürchten sich die Tabellenletzten am meisten?

Vor der Frankfurter Eintracht. Wie unterschiedlich Wege doch sein können. Noch im Mai freuten sich die Spieler der Frankfurter Eintracht in den Katakomben des Bremer Weserstadions über eine Niederlage, weil sie damit in der Relegation standen. Darüber hätte man im Februar noch laut geprustet, so hoffnungslos schien die Lage. Frankfurt quälte sich erfolgreich durch zwei Relegationsspiele gegen den Club aus Nürnberg, der seit der Derbyniederlag gegen Fürth am Dienstag Letzter der zweiten Liga ist. Dort steht eine Liga höher, aber genauso weit unten Werder Bremen, Frankfurts ebenbürtiger Gegner im Mai und sucht gerade noch einen neuen Trainer. Frankfurt hingegen grüßt von Rang vier. Niko Kovač, der Kroate, managt die 17-Nationen-Multikulti-Eintracht bislang hervorragend. Gegen Ingolstadt, einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, genügten schon zwei geschickte Eckbälle zum Sieg. In Bremen wären sie froh, einen Eckball treten zu dürfen, denn das hieße, dass sie in Tornähe waren.

Ist Hamburg noch immer in der ersten Liga?

Ja, sie arbeiten aber intensiv am Bruch dieser Tradition. Tradition ist ja, das wissen wir, seit Leipzig in der Bundesliga gastiert, ein Begriff für Nokia-Handy-Besitzer, aber nichts für den progressiven Fußballfan. Brad Pitt und Angelina Jolie lassen sich schließlich auch scheiden, vielleicht trennen sich ja auch bald die Bundesliga und Hamburg. Doch zunächst scheint eine Trennung vom Trainer wahrscheinlicher.  

In Freiburg sah es nicht so schlimm aus, bis Nils Petersen aufs Feld kam. Dann dauerte es 55 Sekunden, bis René Adler voller Petersen-Ehrfurcht einen harmlosen Schuss nicht festhielt und Petersen abstaubte. Vor zehn Monaten war Bruno Labbadia noch Hamburger des Jahres, doch wer den vergesslichen Fußballalltag kennt, weiß, dass das keine Garantie für einen Platz auf der Bank am Samstag ist. Dann kommen die Bayern, anschließend das erfolgreiche Start-up aus Berlin und dann Gladbach. Da ist es eigentlich fast egal, wer auf der Bank sitzt, verlieren kann da jeder. Vielleicht ist ja Mama Lasogga eine Alternative. Gut brüllen kann Kerstin Lasogga offenbar. Am Samstag soll sie Dietmar Beiersdorfer in der VIP-Loge angeranzt haben, weil ihr Sohn Pierre-Michel, den sie auch berät, nicht im Kader stand. Tja. Manchmal sehnt man sich dann doch nach den mundfaulen Norddeutschen.

Was war noch?

  • Sandro Wagner hatte keine Gelegenheit, die Fans seines früheren Arbeitgebers mit einem Torjubel zu provozieren. Sein neuer Club Hoffenheim kam in Darmstadt nur zu einem 1:1, der Ausgleich fiel in der Nachspielzeit.
  • Zweite Liga, aber spannend: Der VfB Stuttgart hat einen neuen Trainer. Hannes Wolf heißt er, kommt aus Dortmund und war dort schon mehrfach deutscher Meister. Mit der U17 zweimal, mit der U19 einmal. Logisch, dass er mit dem VfB jetzt auch ... Naja, sparen wir uns das Lob erst mal.
  • Und die Frauen siegten gegen Ungarn 1:0. Damit siegten die Damen in acht Spielen der EM-Qualifikation acht Mal und schossen 35 Tore. Borussiaesk.

Und was war gestern vor zehn Jahren?

Das hier. Gerne mal wieder. Danke, Ihr Fußballfan