Wer spielte wie gegen wen?

FC Bayern München – Hertha BSC 3:0 (1:0)
FC Schalke 04 – 1. FC Köln 1:3 (1:1)
Bayer Leverkusen – FC Augsburg 0:0
RB Leipzig – Borussia Mönchengladbach 1:1 (1:0)
SV Werder Bremen – FSV Mainz 05 1:2 (1:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Schalke gegen Köln. Endlich! Endlich schoss Schalke das erste Saisontor, ging durch einen sanften Heber von Klaas-Jan Huntelaar nach einem leckeren Pass von Nabil Bentaleb in Führung. Doch schon im Gegenzug glichen die Kölner aus. Dann nahm das blau-weiße Schicksal seinen Lauf. Der neue 19-jährige Stürmer aus der Schweiz, Breel Embolo, stand frei, doch gab brav zu Huntelaar ab, statt zu schießen – und das etwas ungenau. Und Naldo war bei allen drei Gegentoren nicht dort, wo er gebraucht wurde. Vor allem bei der Kölner Führung war für ihn Anthony Modeste aus den Augen, aus dem Sinn. Man fragt sich eh, warum Schalke einem 34-jährigen Zugang aus Wolfsburg, der zuvor nie dem allerhöchsten Niveau gewachsen war, den Posten als Abwehrchef anvertraut. Nun haben die Neuen Christian Heidel und Markus Weinzierl vier Spiele und vier Niederlagen. Sammeln Sie Punkte? Nein, danke, ich bin Schalker.

Dabei hatten sich die Schalker so viel vorgenommen, sie wollten den Bock umstoßen. Doch der Hennes steht. Nun sieht der 1. FC Köln als Tabellenzweiter besonnen den bald kommenden Aufgaben im Europapokal entgegen. Der späte Sieg war auch deswegen wichtig, weil man den Rückstand auf den FC Bayern ja nicht zu groß werden lassen will.

Wann verlieren endlich die Bayern?

Dauert noch. Am vorigen Samstag gegen Ingolstadt war es sehr knapp gewesen. Da brauchte Bayern Manuel Neuer, drei Sonntagsschüsse und einen freundlich gestimmten Schiri. Der Nudel- und Salamifreund Carlo Ancelotti erklärte die kalorienarme Leistung damit, dass einige wichtige Spieler gefehlt hätten. Im, hüstel, Spitzenspiel gegen Hertha waren sie aber wieder dabei. Ancelotti schickte die Elf ins Rennen, die er für die beste hält: Neuer, Lahm, Martínez, Boateng, Alaba, Alonso, Vidal, Thiago, Müller, Ribéry, Lewandowski. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Münchner den Berlinern, wie man reif und seriös Spielanteile und Torchancen herausspielt. Die Hertha stand arg-, harm- und gesichtslos hinten drin. Besonders schräg drauf war Allan Rodrigues de Souza, eine Leihgabe von Klopps Liverpool. Vor dem ersten Tor stürzte er kopflos auf den Gegenspieler, vor dem zweiten vertändelte er den Ball im eigenen Strafraum. Zwei der drei Bayern-Tore schossen die Ewigen Franck Ribéry, 33, und Arjen Robben, 32, der nach einem halben Jahr Verletzung in der zweiten Halbzeit sein Comeback gab und seinen alten Trick, den Haken nach innen, nicht verlernt hat. Ein schöner Kontrast, der da zwischen Bayern und Dortmund entstanden ist. Manche der Bayern sind fast doppelt so alt wie die Konkurrenten, man sieht es an den verschiedenen Spielweisen.

Was war sonst noch wichtig?

  • Ave Werder, nourituri te salutant! Das ist römische Geschichtsschreibung (Quelle: Asterix als Gladiator) und heißt frei übersetzt: Die dem Abstieg Geweihten grüßen dich. So weit ist es natürlich noch nicht. Doch Bremen hat auch unter dem neuen Trainer, der womöglich nur kurz ran darf, keine Fortune. 75 Spielminuten hat die Elf von Alexander Nouri geführt, doch es reichte nicht mal zum Unentschieden. Die nervigen Mainzer schlugen zu und holten in drei Tagen den zweiten Auswärtssieg.
  • Zwei Champions-League-Vereine hängen im Mittelfeld rum. Gladbach kratzte in Leipzig in einem hyperhektischen Fußballspiel kurz vor Schluss noch einen Punkt zusammen und gewann auch das zweite Auswärtsspiel bei einem Aufsteiger nicht. Leverkusen gelang nicht mal ein Elfmeter zum Heimsieg gegen Augsburg und muss auf den zweiten Dreier warten.
  • Mitarbeiter des Tages war Marco Fritz. Der Schiedsrichter pfiff innerhalb von wenigen Sekunden zwei Mal in wichtigen Szenen gegen die Bayern, ja wirklich. Erst ließ er nach einem Faller von Robben weiterspielen, dann versagte er einem Abseitstor von Lewandowski die Anerkennung. Beide Entscheidungen waren richtig, doch die Zuschauer wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Und die Berliner waren so verdutzt, dass kurz darauf das 2:0 fiel.

Was war das Zitat des Spieltags?

"Unglaublich viele lange Bälle, unglaublich viele zweite Bälle, es ging immer hin und her, wenig Ballstafetten. Das ist nicht mein Fußball."

Gladbachs Trainer André Schubert über den Stil von RB Leipzig